Das Evangelium ist keine Ideologie und bietet keine starren politischen Formeln

Papst Benedikt XVI.: Das Christentum lädt zu radikaler Umkehr ein

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PRAG, 28. September 2009 (ZENIT.org).- Gerade weil das Evangelium keine Ideologie sei, beabsichtige es nicht, die entstehenden sozial-politischen Gegebenheiten in ein starres Schema zu pressen. Dies erklärte Papst Benedikt XVI. in seiner gestrigen Ansprache an die Vertreter der anderen christlichen Bekenntnisse, mit denen er im Erzbischöflichen Palais von Prag zusammengekommen war.


 
Die Christen müssten heute - wenn sie den gegenwärtigen Gegebenheiten offen begegneten und all das anerkennten, was in der Gesellschaft gut sei - auch den Mut haben, „die Menschen zu einer radikalen Umkehr einzuladen, die sich aus einer Begegnung mit Christus ergibt und in ein neues Leben der Gnade führt".
 
Das Evangelium stehe über den Veränderungen dieser Welt, und in jeder Zeitepoche werfe es ein neues Licht auf die Würde der menschlichen Person, so der Papst.

Nachdem Benedikt XVI. den Anwesenden das internationale Symposion im Vatikan des Jahres 1999 über den böhmischen Reformator Jan Hus in Erinnerung gerufen hatte, rief er alle dazu auf, den Herrn zu bitten, „er möge uns den Geist der Stärke eingießen, damit wir die unvergängliche Wahrheit des Heils verkünden, die den sozialen und kulturellen Fortschritt des Kontinents geprägt hat und ihn weiterhin prägen wird".
 
Zum Abschluss der ökumenischen Begegnung grüßte der Papst auch die Vertreter der jüdischen Gemeinde von Prag. Dabei erinnerte er an den Wert des Alten Testaments, den dieses für beide Religionen hat.