Das Gebet ist die erste missionarische Pflicht des Christen

Papst Benedikt zu Besuch im italienischen Marienwallfahrtsort Pompeji

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ROM, 20. Oktober 2008 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. hat der Rosenkranz-Madonna, die im Marienwallfahrtsort Pompeji verehrt wird, drei große Anliegen der Kirche anempfohlen: die gegenwärtig tagende Vollversammlung der Bischofssynode über das Wort Gottes, die Missionare und die Familien.



Nach der feierlichen Eucharistiefeier, dem Höhepunkt des Papstbesuchs in Pompeji, richtete Benedikt XVI. vor dem traditionellen Angelusgebet eine kurze Ansprache an die versammelten Pilger. Sein Wunsch für die Bischofsynode, die am 26. Oktober zu Ende gehen wird: „Möge sie in jeder christlichen Gemeinschaft Fürchte wirklicher Erneuerung hervorbringen.“

Anschließend erinnerte der Papst die Wallfahrer an den Weltmissionssonntag, der gestern unter dem Thema „Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde!“ (1 Kor 9,16) begangen wurde. Der Heilige Vater nahm Bezug auf den Rosenkranzmonat Oktober und wies dankbar darauf hin, dass zahlreiche Gläubige und viele Gemeinschaften in diesem Monat ihr Rosenkranzgebet für die Missionare und die Evangelisierung aufopferten. „Daher freue ich mich, gerade heute zu diesem Jahrestag hier in Pompeji zu sein, beim wichtigsten Heiligtum, das der seligen Jungfrau vom heiligen Rosenkranz geweiht ist“, fuhr der Papst fort. „Dies bietet mir nämlich die Möglichkeit, noch deutlicher hervorzuheben, dass die erste missionarische Aufgabe eines jeden von uns gerade im Gebet besteht. Vor allem durch das Gebet wird dem Evangelium der Weg bereitet; durch das Gebet werden die Herzen für das Geheimnis Gottes offen und die Seelen bereit, sein Wort des Heils zu empfangen.“

Da gestern in der französischen Stadt Lisieux die Seligsprechung der Eltern der heiligen Theresia vom Kinde Jesus stattfand, die von Pius IX. zur Patronin der Missionen ausgerufen worden war, erklärte der Heilige Vater, dass diese neuen Seligen mit ihrem Gebet und ihrem Zeugnis für das Evangelium den Weg der Tochter begleitet und geteilt hätten.

Die Feier der Seligsprechung veranlasste Benedikt XVI. dazu, den Anwesenden die Familie und ihre grundlegende Rolle bei der Erziehung der Kinder als weiteres Gebetsanliegen ans Herz zu legen. In diesem Sinn vertraute der Papst alle Familien dem mütterlichen Schutz der Gottesmutter von Pompeji an und gedachte in diesem Zusammenhang auch des Weltfamilientreffens, das im Januar 2009 in Mexiko-Stadt stattfinden wird.