Das Geheimnis des Christen ist der Edelmut Jesu

Worte des Papstes in der heutigen Messe in Santa Marta

Vatikanstadt, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 471 klicks

An der heutigen Messe nahmen neben einigen Angestellten der vatikanischen Museen und ihrem Verwaltungsleiter Paolo Nicolini, Kardinal Attilio Nicora – der die Messe gemeinsam mit dem Papst zelebrierte – und Angestellte der Finanzbehörde teil sowie der Kardinal-Erzbischof von Manila, Luis Antonio Tagle.

„Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halte ihm auch die andere hin.“ Mit diesen Worten aus der heutigen Lesung nach Matthäus 5,38-42 verdeutlichte Papst Franziskus in seiner Predigt, die Logik der heutigen Gesellschaft läge darin, stärker als der andere zu sein, zu kämpfen, zwei Mal zurückzuschlagen, um sich zu verteidigen. Zudem werde dieser Satz heutzutage oft dazu gebraucht, um über Christen zu scherzen. Er, der Papst, appelliere an die Eltern, die zu ihm kämen, immer, Kinder nicht mit einer Ohrfeige zu strafen, denn die Wange stehe für die Würde des Menschen. Und doch gehe Jesu noch einen Schritt weiter und sage, man solle auch seinen Mantel geben.

Es gehe jedoch um eine andere Form der Gerechtigkeit, so der Papst. Wie Paulus sage, die Christen seien Menschen, die nichts haben, aber alles besitzen. Und darin bestehe die christliche Sicherheit, darin, dass Jesu „alles“ sei. Alles andere habe für den Christen keinen Wert. Für die Gesellschaft hingegen zählten Reichtum und Eitelkeit, hohe Stellungen zu haben, Christus hingegen sei nichts. Ein Christ könne 100 Kilometer laufen, auch wenn er nur 10 laufen müsse; er könne den Mantel hergeben, auch wenn man nur sein Gewand gefordert habe.

„Der Christ ist ein Mensch, der sein Herz öffnet mit diesem Edelmut, denn er hat ‚alles‘, und das ist Jesus Christus. Alles andere ist nichts. Im Moment der Konfrontation wählen Christen immer ‚alles‘, mit Milde, der christlichen Milde, die das Zeichen der Jünger Christi ist: Milde und Edelmut. So zu leben ist nicht einfach, weil man wirklich Ohrfeigen bekommt, man bekommt sie! Und das auf beide Wangen. Aber der Christ ist milde, er ist edelmütig: Er öffnet sein Herz.“

Ein wahrer Christ, so der Pontifex weiter, überwinde diese Gegensätzlichkeit, die Spannung zwischen „nichts“ und „allem“, so wie Christus uns geraten habe: Sucht zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, alles andere komme später. Der Papst fügte hinzu, dass wir den Herrn bitten müssten, unser Herz zu öffnen, damit wir edelmütig würden, milde, und nicht um Kleinigkeiten kämpfen, um das „nichts“ jeden Tages.

„Wenn jemand auf das ‚nichts‘ achte, entstünden Konflikte in der Familie, in Freundschaften, in der Gesellschaft. Diese Konfrontationen endeten mit Krieg: wegen ‚nichts‘! Das ‚nichts‘ ist immer der Same von Krieg. Weil er der Samen des Egoismus ist. Das ‚alles‘ ist das Große, ist Jesus. Bitten wir den Herrn, dass er unser Herz öffne, dass er uns milde mache, milde und edelmütig, weil in ihm ‚alles‘ haben. Und dass er uns davor bewahre, alltägliche Probleme um ‚nichts‘ zu machen.“