Das Gewand, das der neue Pontifex tragen wird, ist bereit

Interview mit Lorenzo Gammarelli, einem der Inhaber von Ditta Annibale Gammarelli

Rom, (ZENIT.orgÀncora online) Nicola Rosetti | 1445 klicks

Ganz Rom bereitet sich auf das Ereignis des Konklaves vor. Die „Cappella Sistina“ wurde für die Öffentlichkeit geschlossen, um alle notwendigen Maßnahmen für die anstehende Wahl treffen können. Journalisten aus aller Welt strömen in die Ewige Stadt, um das Großereignis dokumentieren zu können. Auch im Herzen Roms bereitet man sich auf diesen besonderen Moment im Leben der Kirche vor. Wir haben eine Schneiderei betreten, die drei Papstgewänder in drei unterschiedlichen Größen gefertigt hat. Eines davon wird der zukünftige Papst tragen. Wir haben Lorenzo Gammarelli, einen der Inhaber von „Ditta Annibale Gammarelli“ getroffen, der trotz bereits mehr als 50 Interviews in diesen Tagen so freundlich war, auf unsere Fragen zu antworten. Die Schneiderei Gammarelli liegt in der Via di Santa Chiara, in demselben Palast, in dem auch die Pontifica Accademia Ecclesiastica, die Institution, die Priester für den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls ausbildet, untergebracht. Die Schneiderer ist ein Teil der Geschichte, denn seit sechs Generationen stattet die Familie Gammarelli zahlreiche Kleriker aus.

Zunächst möchten wir Ihnen für Ihre Bereitschaft und Zeit danken, die Sie dieser so arbeitsreichen Zeit für Sie gefunden haben, um auf unsere Fragen zu antworten. Können Sie unseren Lesern Ihre Spezialisierung erläutern?

Unser Geschäft „Ditta Annibale Gammarelli“ ist eine Schneiderei für liturgische Gewänder. Wir haben die Ehre, drei Gewänder zu fertigen, die in den Tagen des Konklaves in der Stanza delle Lacrime, der Sakristei der „Cappella Sistina“, hinterlegt werden. Eines dieser Gewänder wird der nächste Papst, wenn er gerade gewählt ist, tragen.

Im Vatikan schreiten die Vorbereitungen für das Konklave voran. Auch Sie sind sehr beschäftigt. Seit einigen Tagen sind die Papstgewänder in der Vitrine für Schaulustige und Journalisten aus aller Welt ausgestellt. Wann werden sie ausgeliefert?

Die in unsere Vitrine ausgestellten Gewänder werden zwischen heute Abend und morgen in den Vatikan geliefert.

Am Tag, an dem der Papst in der „Stanze delle Lacrime“ angekleidet wird, werden Sie zugegen sie sein?

Nein. Unsere Mitarbeit endet mit der Zustellung der Gewänder, die wir gefertigt haben, an den Vatikan, auch weil wir natürlich nicht eintreten können nach Beginn des Konklaves.

In der Vitrine sind rote Schuhe ausgestellt. Unter dem Pontifikat Benedikts XVI. gab es viel Aufsehen um diese Schuhe: mehr als einmal hieß es, sie stammten von Prada. Als Experte auf dem Sektor können Sie uns etwas dazu sagen?

Die „Nachricht“ der Schuhe von Prada wurde vom Osservatore Romano und Prada dementiert. Dennoch hört man immer noch manchmal davon sprechen. Die roten Schuhe des Papstes sind aus rotem Leder gefertigt und für das Konklave von unserer Firma.

Sind die Produkte Ihrer Schneiderer nur für hohe Geistliche bestimmt?

Nein. Zu unseren Kunden zählen Seminaristen, Priester, Bischöfe und Kardinäle.

Gibt es einen besonderen Artikel, den Priester suchen?

Sie sagen mir, dass wir für die Qualität unserer Talare berühmt seien.

Was den Sektor der Schneiderei liturgischer Gewänder betrifft, ist Italien führend auf der Welt, oder muss es die Konkurrenz anderer Länder fürchten?

Ich wage zu sagen, ohne den Widerspruch zu fürchten, dass Rom führend in der Welt ist auf dem Gebiet der Schneiderei liturgischer Gewänder, wenn man bedenkt, dass es in Europa ungefähr 30 Schneidereien gibt, von denen 10 in Rom sind und viele weitere in Italien.

(Interview von Àncora Online, Wochenzeitung der Diözese San Benedetto del Tronto)