"Das hat dieser Mann nicht verdient"

Prüfbericht zu Bistum Limburg eingereicht

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 343 klicks

Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst, der wegen der kostenintensiven Baumaßnahmen in seinem Bistum in die Schlagzeilen geraten und teilweise heftig kritisiert worden war, erhielt nun Rückendeckung vom Präfekten der Glaubenskongregation, Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller, und dem Präfekten des Päpstlichen Hauses, Erzbischof Georg Gänswein.

Wie die Tageszeitung „Die Welt“ berichtete, habe Kardinal Müller gegenüber der ARD geäußert, dass Bischof Tebartz-van Elst keine Verfehlungen nachgewiesen werden könnten, die das Bischofsamt ausschlössen. Die Entscheidung werde unabhängig von der öffentlichen Meinung in Deutschland gefällt werden. Der entsprechende Prüfbericht wurde am Montag von Erzbischof Robert Zollitsch, dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, im Vatikan übergeben. Er dient der Bischofskongregation als Grundlage für das weitere Vorgehen. Die endgültige Entscheidung wird dann von Papst Franziskus getroffen werden. Mit einer Entscheidung wird nicht vor der Frühjahrsvollversammlung der Bischofskonferenz vom 10. bis 13. März in Münster gerechnet.

Erzbischof Zollitsch erklärte zu dem Bericht, der Bischof Tebartz-van Elst seit einigen Tagen bekannt ist: „Im Sinne des Prüfungsauftrags war uns sehr an einem Beratungsprozess gelegen, der den beteiligten Interessen fair und umfassend Rechnung trägt.“

Erzbischof Georg Gänswein merkte an, dass dem Limburger Bischof viel Unrecht geschehen sei. „Und da muss man auch den Mut haben, sich dagegenzustellen und zu sagen: Das hat dieser Mann nicht verdient.“

Hintergrund des Verfahrens sind die auf 31 Millionen angewachsenen Kosten für die Baumaßnahmen im Bistum Limburg, die ursprünglich auf 5 Millionen veranschlagt worden waren. Bischof Tebartz-van Elst ist seitdem beurlaubt. Aufgabe der Expertenkommission war es, die Gründe für die unerwartete Kostenentwicklung herauszufinden und die Mitwisserschaft der Bistumsleitung zu klären.