„Das Haus des Papstes steht allen offen“: Benedikt XVI. weihte renoviertes Bronzetor ein

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ROM, 12. Oktober 2007 (ZENIT.org).- Nach zwei Jahren Restaurierungsarbeiten, um dem Bronzetor des Vatikans seine ursprüngliche Schönheit zurückzugeben, weihte Papst Benedikt XVI. heute, Freitag, die „Tür zum Hause des Papstes“ ein.



Das Bronzetor existiert seit 600 Jahren. In ihm sind Metallteile aus der Zeit des Römischen Reiches verarbeitet. Giovanni Battista Soria und Orazio Censore fertigten es während des Pontifikats von Papst Paul V. in den Jahren 1617 bis 1621. Gianlorenzo Bernini versetzte es 1663 an den Ort, an dem es noch heute bewundert werden kann.

Das Tor bildet den Haupteingang zum Apostolischen Palast an der rechten Seite des Petersplatzes am Ende der Bernini-Kolonnanden. Ein Stufenaufgang führt vom Portale di Bronzo durch den Portico di Costantino zur Scala Regia, der „königlichen Treppe“, und zur Sala Regia, dem mit einzigartigen Fresken ausgestatteten „königlichen Saal“. Die Pilger konnten diesen Teil des Eingangs zum „Haus des Papstes“ zuletzt während der Bestattungsfeierlichkeiten für Papst Johannes Paul II. und des Konklaves im Jahr 2005 besichtigen.

Von der Sala Regia führt ein Eingang zur Sixtinischen Kapelle, durch den die Kardinäle bei ihrem Einzug ins Konklave schritten, und ein weiterer in die Vatikanischen Museen. Eine weitere Treppe, die Scala Pio IX, führt von der Bronzetür hinauf zum Damasus-Hof.

Benedikt XVI. verwies in seiner kurzen Ansprache zur Einweihung des restaurierten Tores darauf, dass dieser Zugang bezeuge, dass das „Haus des Papstes allen offen steht“. Der Heilige Vater erinnerte anschließend an die Geschichte des Tores, das „Jahrhunderte an Kirchengeschichte“ an sich vorbeiziehen gesehen habe.

Anlässlich des Großen Jubiläums des Jahres 2000 sei beschlossen worden, das Bronzetor einer größeren Restaurierung zu unterziehen, was allerdings erst einige Jahre später möglich gewesen sei. Das Tor ist abmontiert, restauriert und in seiner Struktur verstärkt worden.

„Gerade weil es den Zugang zum Haus dessen markiert, den der Herr dazu berufen hat, als Vater und Hirte das ganze Volk Gottes zu führen, nimmt dieses Tor einen symbolischen und geistlichen Wert an“, so Benedikt XVI. „Es durchschreiten diejenigen, die kommen, um dem Nachfolger Petri zu begegnen; Durch es hindurch gehen Pilger und Besucher der verschiedenen Ämter des Apostolischen Palastes.“

Benedikt XVI. äußerte seinen von Herzen kommenden Wunsch, „dass sich alle, die durch das Bronzetor eintreten, von diesem Augenblick an von den offenen Armen des Papstes willkommen geheißen fühlen. Das Haus des Papstes steht allen offen.“

Zum Schluss würdigte der Papst die Arbeit aller Instanzen, die die Restaurierung ermöglicht hatten, und den großzügigen finanziellen Beitrag, der hierfür vom Orden der Ritter des Heiligen Grabes sowie von der italienischen Bank „Credito Artigiano“ geleistet worden war.