Das Heiligste Herz Jesu - Schmiede der Heiligen

Impuls zum 13. Sonntag im Jahreskreis - Fest der Apostelfürsten Petrus und Paulus

Münster, (ZENIT.org) Msgr. Dr. Peter von Steinitz | 395 klicks

Inmitten dieser an großen Festen so reichen Zeit liegt wie ein ruhender Pol das Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu. Es ist umgeben von Festen einiger großer Heiligen, die in verschiedenen Epochen und aus ganz verschiedenen Lebensumständen heraus das große Ziel erreicht haben, das der Herr uns allen vorgibt: „Seid heilig, denn ich, der Herr, euer Gott, bin heilig“ (Lev 19,1).

Immer wieder stellt uns die Liturgie der Kirche große Heiligengestalten vor Augen. In diesen Tagen aber sind es einige, deren Feier sogar den Rang eines Hochfestes hat, so die Heiligen Johannes, Petrus und Paulus. Unter ihnen ragt Johannes der Täufer noch einmal heraus, denn Jesus nennt ihn den „Größten der von einer Frau Geborenen“.

Es muss wohl so sein: jeder Heilige hat nicht nur eine Vorbildfunktion für uns Lebende, er hat auch sicher ein ganz persönliches einmaliges Geheimnis mit Christus, das keiner sonst kennt. Denn, wohlgemerkt, das Ziel des Menschen ist nicht nur die persönliche Vollkommenheit, es ist in erster Linie eine sehr persönliche innige Liebesbeziehung mit Christus, und dadurch mit dem Dreifaltigen Gott.

Weitere Heilige, deren Fest sich in unmittelbarer Nähe zum Heiligsten Herzen befinden: der hl. Aloisius, der hl. Josefmaria und die Märtyrer der Stadt Rom. Ihre zeitliche und räumliche Position ist jeweils völlig verschieden: Johannes ist vor Christus (wenn auch nur sechs Monate), Petrus der erste unter den Aposteln, die mit Jesus gingen, Paulus, der Apostel, der im Nachhinein (als Missgeburt, wie er selbst sagt) dazu kam. Dann die heiligen Märtyrer der Stadt Rom, der hl. Aloisius im 16. Jahrhundert und schließlich der hl. Josefmaria Escrivá, der im 20. Jahrhundert lebte. Ganz und gar verschieden sind ihre jeweiligen Lebensbilder. Johannes, Petrus und Paulus, sowie die Märtyrer der Stadt Rom haben ihr Blut für Christus vergossen, Aloisius steht für die heute manchmal verachtete Tugend der Keuschheit, Josefmaria für die Heiligung der Arbeit, und vor allem für die neuerliche Bekräftigung, dass wirklich alle zur Heiligkeit berufen sind.

Aber so verschieden diese und natürlich alle weiteren Heiligen untereinander auch sind, sie alle eint der unerschütterliche Glaube an Gott, die geduldige Hoffnung auf die endgültige Erfüllung ihres Lebens und besonders ihre glühende Liebe zu Christus. Sie alle haben beizeiten die unendliche Liebe erkannt, die im Herzen unseres Herrn brennt. Das hat sie dazu geführt, nach jenem Wort des Herrn zu leben: „Lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig“ (Matth. 11,29). Sie haben ihr „Joch auf sich genommen“, ihr Kreuz Jesus nachgetragen, und dabei festgestellt, dass letztlich sein „Joch sanft und seine Last leicht“ ist (vgl. ebda), zumindest im Vergleich zur „Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit“ Röm. 5,1).

Um des ewigen Lohnes willen haben sie Schwierigkeiten und Anfeindungen auf sich genommen, sich um die Tugenden bemüht. Entscheidend aber war dabei, dass sie es aus einer sehr persönlichen Liebesbeziehung zu Christus taten. Die Herz-Jesu-Verehrung, die sich im Laufe der Jahrhunderte nach und nach herausbildete, sie gründet auf diesem Wunsch Jesu: Schaut auf mein Herz und ahmt es nach!. Das Herz Jesu ist gewissermaßen die Essenz der Menschwerdung Gottes:

Ein solches Herz kann ein Mensch haben!

Und wenn wir feststellen, dass unser Herz (noch) nicht so ist, dann haben wir hier die tröstliche Versicherung, dass es ja so werden kann. Dazu gehören nur zwei Bedingungen. Die erste ist die Gnade Gottes (die aber immer vorausgesetzt werden kann), die zweite ist unser Mittun. Beides wunderbar widergespiegelt in dem Stoßgebet: „Jesus, sanftmütig und von Herzen demütig, bilde mein Herz nach deinem Herzen!“

Die großen Heiligen, die wir bewundern und verehren, sie geben uns ein Beispiel, egal, wann und wo und in welchen Lebensumständen sie lebten. Durch ihre Vereinigung ihres Herzens mit dem des Herrn sind sie ein „anderer Christus, Christus selbst“ geworden.

Der  hl. Josefmaria schreibt: „So gewinnt die wahre Andacht zum Herzen Jesu Gestalt: Gott erkennen und uns erkennen, auf Jesus blicken und zu ihm gehen, zu Ihm, der uns ermutigt, uns lehrt, uns leitet. Oberflächlich kann diese Form der Frömmigkeit nur für denjenigen sein, der so wenig Mensch ist, dass er die Wirklichkeit des fleischgewordenen Gottes nicht zu erfassen vermag“ (aus „Christi Herz, Frieden des Christen“, S. 367 Köln, 1975).

Das Herz, das dem Herzen Jesus am vollkommensten ähnlich ist, ist das der Jungfrau Maria. An ihrem Fest, einen Tag nach dem Herz-Jesu-Fest, können wir mit ihr zusammen sagen: „Bilde mein Herz nach deinem Herzen!“

Msgr. Dr. Peter von Steinitz, war bis 1980 als Architekt tätig; 1984 Priesterweihe durch den hl. Johannes Paul II.; 1987-2007 Pfarrer an St. Pantaleon, Köln; seit 2007 Seelsorger in Münster. Er ist Verfasser der katechetischen Romane: „Pantaleon der Arzt“ und „Leo - Allah mahabba“ (auch als Hörbuch erhältlich).