"Das Hören, aber auch das Sehen, kann das Herz tief berühren und wandeln"

Deutsche Bischofskonferenz verleiht Katholischen Medienpreis 2013

Bonn, (DBK PM) | 339 klicks

Während eines Festaktes im LVR-Landesmuseum in Bonn hat die Deutsche Bischofskonferenz in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft Katholischer Publizisten e. V. (GKP) und dem Katholischen Medienverband e. V. (KM.) heute zum elften Mal den Katholischen Medienpreis verliehen. Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart), Vorsitzender der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz und Juryvorsitzender des Katholischen Medienpreises, dankte den Preisträgern vor rund 250 Gästen aus Kirche, Politik und Medien für ihre journalistische Arbeit und unterstrich, dass der Katholische Medienpreis in diesem wie auch in den vergangenen Jahren Beiträgen verliehen wird, die von bedrückenden menschlichen Grenzerfahrungen berichten. „Das Hören, aber auch das Sehen, kann das Herz tief berühren und wandeln. Journalistinnen und Journalisten, wie unsere Preisträgerinnen und Preisträger, tragen mit ihrer Arbeit zur Wandlung dieser Welt bei. Das sind beeindruckende Fähigkeiten und ein wertvoller Dienst am Menschen und ein ebenso wertvoller Beitrag zur Entwicklung unserer Zivilisation.“ 

Bischof Fürst verlieh den Katholischen Medienpreis in der Kategorie Printmedien an Lara Katharina Fritzsche für ihren Artikel „Das Leben nach dem Tod in Utøya“, der am 12. Juli 2012 im ZEITmagazin erschienen ist. Im Jahr nach dem Massaker auf der norwegischen Ferieninsel begleitet der Beitrag die 18-jährige Sofie, die um ihre beste Freundin Lejla trauert – eines der 67 Opfer des Amokschützen. Die Jury honorierte den Text „trotz seiner Kürze als äußerst einfühlsam und zu Tränen rührend“. Schon der Titel des Textes „Das Leben nach dem Tod in Utøya“ lasse die religiöse Dimension anklingen, die aber nie aufdringlich werde. Laudator Jörg Quoos, Chefredakteur des Magazins „Focus“, hat der Artikel „tief berührt“. „Lara Katharina Fritzsche hat das getan, was bei uns Chefredakteuren oft so schwer durchzusetzen ist. Sie hat zurückgeblickt in einer Medienwelt, die sich immer schneller dreht und immer auf der Suche nach dem neuen Thema ist.“ Mit Arbeiten wie dieser fessele sie den Leser an sein Blatt. Sie liefere Tiefgang in einer Welt der schnellen Informationshappen, so Quoos. 

In der Kategorie Elektronische Medien wurde Heidi Specogna für ihren Film „Carte Blanche“ ausgezeichnet, der am 5. Februar 2013 in ARTE ausgestrahlt wurde. Die Preisträgerin wurde durch Professor Dr. Sabine Rollberg (WDR) vertreten. In dem Film geht es um Frauen, Männer und Kinder, die vergewaltigt wurden. Dörfer, die geplündert, Existenzen, die ausgelöscht wurden. Dies alles geschah zwischen 2002 und 2003 in der Zentralafrikanischen Republik. Den Befehl dafür soll Kongos Ex-Vizepräsident Jean-Pierre Bemba gegeben haben. Bemba ermöglichte seinen Soldaten eine „Carte Blanche“ – einen Freibrief. Dies versucht ihm der Internationale Strafgerichtshof nachzuweisen. Die Jury bewertete „Carte Blanche“ als „einen Film, der – nach einem unmenschlichen Ereignis – nach Menschlichkeit schreit“ und der bildlich in herausragender Weise die sich ihm bietenden Kontraste nutze. Beeindruckt zeigte sich auch Laudator Peter Limbourg, Intendant der Deutschen Welle: „Ja, dieser Film berührt. Ja, dieser Film geht unter die Haut.“ Der Film sei ein Appell an uns alle, Gewalt nicht zuzulassen. Und überall dort, wo Gewalt regiere, sollten wir uns dem entgegenstellen, so Limbourg. 

Aufgrund der vielen herausragenden Beiträge, die eingereicht worden sind, entschied sich die Jury auch in diesem Jahr, die nicht dotierte Auszeichnung „journalistisch WERTvoll“ zu vergeben, erklärte Bischof Fürst. Im Bereich Printmedien zeichnete die Jury Nikola Sellmair („Mein Großvater hätte mich erschossen“, Stern, Nr. 19, 3. Mai 2012) und Roland Schulz („Jenseits von Afrika“, Süddeutsche Zeitung Magazin, 14. Dezember 2012) aus. Die Auszeichnung „journalistisch WERTvoll“ im Bereich Elektronische Medien erkennt die Jury Martin Durm zu („Bedroht, verfolgt, verjagt – Christen im Nahen Osten“, Hörfunkbeitrag SWR2 Wissen, 21. Dezember 2012). 

Bischof Fürst ermutigte die Journalistinnen und Journalisten darin, „weiterhin für Wahrheit, Gerechtigkeit und Entwicklung, ja Wandlung der Menschen und der Welt einzutreten. Bleiben Sie Agenten prophetischer, fürsprechender Kommunikation. Die Kirche haben Sie dabei auf Ihrer Seite“. 

Der Katholische Medienpreis, der in der Kategorie Printmedien und Elektronische Medien mit jeweils 5.000 Euro dotiert ist, wird seit 2003 jährlich von der Deutschen Bischofskonferenz in Kooperation mit der Gesellschaft Katholischer Publizisten e. V. (GKP) und dem Katholischen Medienverband e. V. (KM.) ausgeschrieben. Die Preisträger wurden aus insgesamt 170 eingereichten Beiträgen – 67 in der Kategorie Printmedien, 103 in der Kategorie Elektronische Medien und darunter 6 Internetbeiträge – von einer sechsköpfigen Jury ausgewählt. Zur Jury gehören Dr. Andrea Rübenacker (Deutsche Welle, Bonn), Werner Dieste (MDR Landesfunkhaus Thüringen, Erfurt), Albert Herchenbach (stadtgottes, Nettetal), Stefan Kläsener (Westfalenpost, Hagen) und Dr. Johannes Schießl (Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Katholischen Akademie in Bayern, München) unter Leitung des Vorsitzenden der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart). 

Hinweise:

Die Ansprache von Bischof Dr. Gebhard Fürst finden Sie dieser Pressemitteilung angehängt sowie nach Ablauf der Sperrfrist zum Herunterladen unter www.dbk.de. Hier sind unter der Initiativseite „Katholischer Medienpreis“ auch weitere Informationen und die Jurybegründungen zu finden. 

Ebenso informieren www.gkp.dewww.katholischer-medienverband.de und www.katholisch.de über den Katholischen Medienpreis.