Das Konklave -- Der österreichische Teilnehmer

Christoph Kardinal Schönborn

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 946 klicks

Kardinal Christoph Schönborn, Jahrgang 1945, trat 1963 in den Dominikanerorden in Warburg ein. Während seines Studiums der Theologie und Philosophie in Walberberg bei Bonn, in Wien und Paris legte Schönborn 1972/1973 ein Studienjahr in Regensburg ein, wo er zu den Schülern Papst Benedikts XVI., Joseph Ratzingers, zählte. Seine Studien schloß er 1974 am Institut Catholique in Paris mit einer Dissertation zum Thema „L’Icone du Christ“ ab.

Vier Jahre zuvor, 1970, war Schönborn zum Priester geweiht worden. Von 1973 bis 1975 war er als Studentenpfarrer an der Universität Graz tätig.

1976 trat Schönborn in den akademischen Dienst ein; er wurde nach einer Gastprofessor Ordinarius für Dogmatik an der Katholischen Universität Fribourg (Schweiz). Zwei Jahre später erhielt er den Lehrauftrag für die Theologie des christlichen Ostens.

Die Ernennung zum Weihbischof für die Erzdiözese Wien erfolgte im Jahr 1991; die Weihe fand im Wiener Stephansdom statt. Im April 1995 wurde Schönborn von Johannes Paul II. zum Erzbischof-Koadjutor von Wien ernannt, wenige Monate später, im September 1995, zum Erzbischof von Wien.

Am 21. Februar 1996 wurde Schönborn vom seligen Johannes Paul II. zum Kardinal mit der Titelkirche „Gesù Divin Lavoratore“ in Rom erhoben. 

Von 1987 bis 1992 hatte Schönborn das Amt des Sekretärs der Kommission für die Redaktion des Katechismus der Katholischen Kirche inne. 1993 wurde er zum Europa-Referenten der Österreichischen Bischofskonferenz gewählt, deren Präsident er seit 1998 ist.

Kardinal Schönborn ist außerdem Mitglied verschiedener Kommissionen und Kongregationen: Von 1980 bis 1991 war er Mitglied der Theologischen Kommission der Schweizer Bischofskonferenz, von 1980 bis 1987 der Orthodox/Römisch-katholischen Gesprächskommission der Schweiz, von 1980 bis 1984 der Gesprächskommission der christkatholischen und römischen-katholischen Kirche der Schweiz, seit 1980 der Internationalen Theologenkommission sowie seit 1984 der Stiftung „pro Oriente“.

Er ist Mitglied der Kongregation für die Glaubenslehre, für die Orientalischen Kirchen und für das Katholische Bildungswesen. Schönborn ist außerdem Mitglied des Päpstlichen Rates für die Kultur und zur Förderung der Neuevangelisierung.

Kardinal Schönborn, dessen besonderes Interesse dem interreligiösen Dialog gilt, bekräftigte: „Europa wird seine geschichtliche Rolle nur erfüllen können, wenn es sich den ‚Fremdkörper Christentum‘ als Teil seiner Identität erhält“.