Das Konklave - Die deutschen Kardinäle

Teil 2/6: S.Em. Walter Kardinal Kasper

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 1088 klicks

Walter Kardinal Kasper, Jahrgang 1933, nahm bereits an dem Konklave im Jahr 2005 teil, in dem Papst Benedikt XVI. zum Nachfolger Petri gewählt wurde. Kasper schloss sein 1956 beendetes Theologiestudium 1961 mit einer Dissertation über das Thema „Die Lehre von der Tradition in der Römischen Schule“ an der Universität Tübingen ab. Im Anschluss setzte er seine akademischen Studien bei Hans Küng fort und wurde 1964 habilitiert. Kasper hatte einige Jahre zuvor, im Jahr 1957, nach dem Abschluss seines Universitätsstudiums die Priesterweihe erhalten.

Kaspers akademische Karriere setzte sich im akademischen Bereich fort. So wurde er noch 1964 an die Westfälische-Wilhelms-Universität in Münster gerufen, um dort als Professor für Dogmatik zu lehren. 1970 wechselte er an die Eberhard-Karls-Universität in Tübingen.

1989 wurde Kasper zum Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart ernannt und trat damit die Nachfolge Bischof Georg Mosers an. Die Ernennung erfolgte am 17. April durch den seligen Johannes Paul II., die Weihe am 17. Juni 1989. Sein Wahlspruch lautete „Veritatem in caritate“.

Kasper war Vorsitzender der Kommission Weltkirche und Stellvertretender Vorsitzender der Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz. 1999 ernannte ihn der selige Johannes Paul II. zum Sekretär des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, dessen Präsident er 2001 wurde. Im selben Jahr wurde er in das Kardinalskollegium mit der Titeldiakonie „Ognissanti in Via Appia Nuova“ aufgenommen.

Papst Benedikt XVI. bestätigte Kasper 2005 in seinem Amt, das dieser bis zur Annahme des von Kasper wiederholt geäußerten Rücktrittsgesuchs im Jahr 2010 bekleidete.

Kasper ist Mitglied der Kongregation für die Glaubenslehre, der Kongregation für orientalische Kirchen, der Apostolischen Signatur, des Päpstlichen Rates für die Interpretation von Gesetzestexten sowie des Päpstlichen Rates für die Kultur.

Von 1993 bis 2001 war Kasper außerdem Herausgeber der dritten Auflage des Lexikons für Theologie und Kirche. Kasper ist Träger zahlreicher Ehrendoktorwürden. Seine Tätigkeit wurde mit vielen Auszeichnungen gewürdigt, so zum Beispiel 1995 mit dem Großkreuz des Malteserordens oder 2004 mit dem Großen Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband der Bundesrepublik Deutschland.