Das Konklave ‑‑ Die deutschen Kardinäle

Teil 3/6: Karl Kardinal Lehmann

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 1645 klicks

Karl Lehmann, Jahrgang 1936, wurde am 28. Januar 2001 vom seligen Johannes Paul II. zum Kardinal ernannt und nahm im Jahr 2005 an dem Konklave teil, in dem Joseph Ratzinger zum Papst gewählt wurde.

1963 in Rom zum Priester geweiht, schloss Lehmann 1962 und 1967 sein Philosophie- bzw. Theologiestudium jeweils mit einer Dissertation mit dem Thema „Vom Ursprung und Sinn der Seinsfrage im Denken Martin Heideggers“ sowie „Auferweckt am dritten Tage nach der Schrift“ ab. Lehmann setzte seine akademische Laufbahn als Assistent Karl Rahners in den Jahren 1964 bis 1976 an den Universitäten in München und Münster fort. Schon 1968 folgte der Ruf nach Mainz auf den Lehrstuhl für katholische Dogmatik und Theologische Propädeutik. 1971 wechselte Lehmann an die Universität in Freiburg im Breisgau, wo er die Professur für Dogmatik und Ökumenische Theologie übernahm.

1983 wurde Lehmann zum Bischof von Mainz gewählt; seine Weihe erfolgte am 2. Oktober 1983 im Mainzer Dom. Sein Wahlspruch lautet: „State in fide“ - Steht fest im Glauben! (1 Kor 16,13).

Von 1987 bis zum Februar 2008 war Lehmann Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, die ihn dreimal in diesem Amt bestätigte. Lehmann wirkte außerdem von 1971 bis 1975 bei der Gemeinsamen Synode der Bistümer in Deutschland, von 1969 bis 1983 im Zentralkomitee der Deutschen Katholiken, seit 1969 bis heute im Ökumenischen Arbeitskreis evangelischer und katholischer Theologen, von 1974 bis 1984 in der Internationalen Theologenkommission beim Heiligen Stuhl in Rom, seit 1969 in der Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz und von 1986 bis 1998 in der römischen Glaubenskongregation mit.

Seit 1998 ist er Mitglied in der Kongregation für die Bischöfe, seit 2002 Mitglied des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen. Außerdem ist Lehmann Mitglied in der Kongregation für die Ostkirchen, der Vermögensverwaltung des Apostolischen Stuhls (Apsa) sowie des Päpstlichen Rates für die Sozialen Kommunikationsmittel.

Lehmann wurde mit zahlreichen Ehrendoktortiteln ausgezeichnet. Im Jahr 2000 wurde Lehmann das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband verliehen, eine der vielen Auszeichnungen, mit denen Kardinal Lehmanns Wirken gewürdigt wurde.