Das Konklave -- Die deutschen Kardinäle

Teil 6/6: Rainer Maria Kardinal Woelki

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 2263 klicks

Kardinal Woelki, Jahrgang 1956, studierte in Köln und in Freiburg im Breisgau von 1978 bis 1983 Theologie und Philosophie; er schloss seine Studien im Jahr 2000 in Rom an der Päpstlichen Universität Santa Croce mit einer Promotion zum Thema „Die Pfarrei – ein Beitrag zu ihrer ekklesiologischen Ortsbestimmung“ ab. 1984 folgte die Weihe zum Diakon, ein Jahr später, 1985, die Priesterweihe im Dom zu Köln. Von 1985 bis 1990 widmete sich Woelki in verschiedenen Gemeinden der seelsorgerischen Tätigkeit. In den folgenden sieben Jahren, von 1990 bis 1997, war er als Kaplan und Sekretär des Erzbischofs Joachim Kardinal Meisner tätig. Im Anschluß war er von 1997 bis 2003 Direktor des Collegiums Albertinum in Bonn. 1999 wurde Woelki außerdem Kaplan des seligen Johannes' Paul II. Im März 2003 wurde Woelki vom seligen Johannes Paul II. zum Titularbischof von Scampa in Albanien und Weihbischof in Köln ernannt. 2003 erfolgte die Ernennung zum residierenden Domkapitular.

Am 2. Juli 2011 ernannte Papst Benedikt XVI. Woelki zum Erzbischof von Berlin. Sein Wahlspruch lautet: „Nos sumus testes   Wir sind Zeugen“ (Apg 5,32). Zum Kardinal mit der Titelkirche San Giovanni Maria Vianney in Rom, die er am 30. Juni 2012 in Besitz nahm, kreierte ihn Papst Benedikt XVI. am 18. Februar 2012.

Woelki kommentierte die Erhebung mit den Worten: „Dass der Heilige Vater mich in das Kardinalskollegium berufen hat, ist für mich, aber auch für das Erzbistum Berlin und die katholische Kirche in Deutschland eine große Ehre. Damit würdigt Papst Benedikt nur wenige Monate nach seinem Besuch im Erzbistum Berlin auch die Bedeutung von Berlin als der deutschen Hauptstadt und Sitz der Bundesregierung. Ich nehme es auch als Ermutigung für alle Katholiken, die in der Diaspora leben.“

Kardinal Woelki ist Mitglied der Kommission für Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste in der Deutschen Bischofskonferenz und Präsident der Kommission für karitative Fragen.

In einem Interview mit ZENIT äußerte sich Kardinal Woelki zum Problem der Kinderarmut in Deutschland: „Kinder sind die Hauptleidtragenden der Armut ihrer Eltern. Auch wenn die meisten Eltern versuchen, die verfügbaren Mittel soweit wie möglich ihren Kindern zugute kommen zu lassen, ist die Armut der Eltern im Alltag der Kinder omnipräsent. Eltern in Armut sowie ihre Kinder haben schlechtere Chancen auf Teilhabe und – wie die aktuelle Kampagne des Caritasverbandes verdeutlicht – ein gesundes Leben. … Die Kirche hilft auf vielfältige Weise: Denken Sie an die vielen Kindertagesstätten in kirchlicher Trägerschaft, an die Initiativen vieler Pfarrgemeinden oder Pfarrverbünde und die sozialen Dienste und Einrichtungen der Caritas. Dort erfahren sie den Zuspruch Gottes, der jeden Menschen anerkennt, wertschätzt und liebt – unabhängig von Beruf, Einkommen oder sozialem Stand. Durch Zuspruch, Hilfe und Unterstützung werden Menschen in ihren eigenen Kräften gestärkt, ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen. Ebenso wichtig wie konkrete Maßnahmen und Projekte gegen Armut ist aber auch das öffentliche Eintreten für Solidarität und gerechte Verhältnisse in Politik und Gesellschaft. Im Raum der katholischen Kirche geschieht dies etwa durch Stellungnahmen der Bischöfe oder der katholischen Verbände, durch Initiativen auf Ebene einzelner Bundesländer oder auch in direktem Kontakt mit politisch Verantwortlichen.“

Kardinal Woelki ist außerdem Mitglied der Kongregation für das Katholische Bildungswesen und des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen.