Das Kreuz: von einer Grundlage zum Problem?

Konferenz zum diesem Thema an der Europäischen Universität in Rom

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ROM, 2. März 2012 (ZENIT.org). - Das Kreuz ist seit zweitausend Jahren ein Identitätssymbol, ein Sinnbild der erlösenden Liebe, des Sakraments und der mystagogischen Katechese. Aber in vielen Bereichen der zeitgenössischen Kultur ist die enorme semantische und performative Bedeutungstiefe des „signum crucis“und vor allem des Kruzifixes getrübt: Oftmals wird das Kreuz in negativem Sinne als Unterscheidungszeichen angesehen, als Emblem des Leidens und der Niederlage, als pathetischen Brauch der Frömmigkeit in Verbindung mit einer abergläubischen Mentalität.

Welche Gefühle weckt heutzutage der Anblick eines Kruzifixes? Welche Inhalte kann dieses Zeichen vermitteln? Und vor allem, inwiefern wird dieses Symbol in den verschiedenen Disziplinen, die an der Universität betrieben und gelehrt werden, berücksichtigt?

Es geht nicht darum, in umfassender Weise die Erkenntnisse, die seit langem in den historischen, theologischen und liturgischen Wissenschaften errungen worden sind, neu zu interpretieren, sondern vielmehr darum, Überlegungen zu einem Zeichen anzustellen, das von einer Zivilisation als Sinnbild angenommen worden ist, doch nun plötzlich zu einem politischen und kulturellen „Problem" zu werden scheint. Was können in diesem Zusammenhang nicht nur die theologischen, liturgischen, patristischen Studien und die Geschichte des Christentums beitragen, sondern insbesondere auch die Semiologie, Kommunikationswissenschaften, Anthropologie, Linguistik und Literaturwissenschaften sowie Kunstgeschichte und Soziologie?

Welche Bedeutungen werden dem Symbol des Kreuzes heutzutage in den Medien zugewiesen? Wirft die öffentliche Darstellung eines Kruzifixes in einer laizistischen Nation tatsächlich rechtliche Probleme auf? Sind geisteswissenschaftliche Studien in der Lage festzustellen, dass das Kreuz in einer laizistischen, säkularen Gesellschaft ein „Störfaktor“ ist? Welchen Beitrag können die Erkenntnisse aus unterschiedlichen Disziplinen zur Interpretation dieses Symbols leisten, das seit jeher als Inbegriff der christlichen Offenbarung gilt?

Diese und weitere Fragen werden während der Konferenz zum Thema „Das Kreuz: von einer Grundlage zum Problem?“ diskutiert werden. Die Tagung findet am Dienstag, dem 6. März, von 9 Uhr bis 18 Uhr an der Europäischen Universität in Roms (Via Aldobrandeschi 190) statt und sieht unter anderem Beiträge folgender Referenten vor: Isabella Becherucci, Paolo Martino, Vincenzo Placella, Lia Fava Guzzetta, Irene Baccarini, Cristiana Lardo, Daniela Iuppa.

Für weitere Informationen: Tel. 06 665431. Internet hier.

[Übersetzung des italienischen Originals von Sabrina Toto]