"Das Leiden der Unschuldigen"

Die Symphonie von Kiko Argüello, eine Hommage an die Opfer des Holocaust

Rom, (ZENIT.org) | 706 klicks

500 Mitglieder der Neokatechumenalen Gemeinschaften aus Berlin, München, Hamburg und Köln besuchten in Auschwitz eine Vorführung der Symphonie „Das Leiden der Unschuldigen“ von Kiko Argüello, eine Hommage an die Opfer des Holocaust.

An der Vorführung nahmen 6 Kardinäle teil, darunter zwei aus dem deutschen Sprachraum, Christoph Schönborn, Erzbischof von Wien, und Kurienkardinal Paul Josef Cordes, mehr als 50 weitere Bischöfe, 30 Rabbiner und zahlreiche katholische oder jüdische Persönlichkeiten.

Etwa 12.000 Personen waren bei der symphonischen Feier anwesend, der Kardinal Stanislaw Dziwisz vorstand.

Die Feier fand am Sonntag, dem 23. Juni, vor dem sogenannten „Tor des Todes“, dem Eingang zum Konzentrationslager Birkenau statt, bekannt auch unter dem Namen „Auschwitz II“. Das Werk, das der Initiator und international Verantwortliche des Weges, Kiko Argüello, komponiert hat, war in eine Feier zu Ehren der Millionen Opfer des Holocaust und aller unschuldigen Opfer unserer Tage integriert.

Die anderen teilnehmenden Kardinäle waren der Erzbischof von Warschau Kazimierz Nycz, der Präsident des Päpstlichen Rates für die Laien Stanislaw Rylko, und Erzbischof Paolo Romeo von Palermo.

Die symphonische Feier beinhaltete Ansprachen von Rabbi Greenberg, dem ehemaligen Präsidenten des „Netzwerkes jüdischen Lebens“ und der „Steinhardt Stiftung“, Rabbi Rosenbaum, Generalsekretär des Rates der Nordamerikanischen Rabbiner, und Rabbi Rosen, Präsident des internationalen jüdischen Komitees für die interreligiösen Beziehungen und Verantwortlicher für die Beziehungen zum Heiligen Stuhl.

Die Symphonie wurde vom Komponisten Kiko Argüello selbst eingeleitet, der unter anderem die einzelnen Sätze, aus denen das Stück besteht, erklärte: Getsemani, Trauergesang, Vergib ihnen, Das Schwert, Shema´ Israel und Resurrexit.

Das Werk führt dem Betrachter den Moment vor Augen, in dem die Jungfrau Maria der Kreuzigung ihres Sohnes beiwohnt. „Betrachten wir die Jungfrau Maria, die dem Skandal des Leidens der Unschuldigen in ihrem eigenen Fleisch und dem ihres Sohnes unterworfen ist. ,Oh, welch ein Schmerz!´ , singt eine Stimme, während ein Schwert durch ihre Seele dringt“, sagte Kiko Argüello. „Welch ein Geheimnis das Leiden so vieler Unschuldiger, die die Sünde der anderen auf sich nehmen…, der Inzest, eine unerhörte Gewalttat; die Reihe von Frauen und Kindern, nackt der Gaskammer entgegen, und dieser tiefe Schmerz einer der Wächter, der in seinem Herzen eine Stimme hörte: Stelle dich in ihre Reihe und gehe mit ihnen in den Tod; und er wusste nicht, woher diese Stimme kam…Sie sagen, dass man nach Auschwitz nicht mehr an Gott glauben könne. Nein! Das ist nicht wahr, Gott ist Mensch geworden, um das Leiden aller Unschuldigen auf sich zu nehmen. Er ist der völlig Unschuldige, das Lamm, das man zur Schlachtbank hinführt, das den Mund nicht öffnet, derjenige, der die Sünden aller auf sich nimmt“, fügte Kiko seiner Einführung hinzu.

Eine Brücke zwischen Kirche und jüdischem Volk

Die symphonisch – katechetische Feier möchte eine Brücke zwischen katholischer Kirche und jüdischem Volk sein, um so gute Beziehungen und freundschaftliche Bande zu begünstigen, die Johannes Paul II. und Benedikt XVI. bei verschiedenen Gelegenheiten forderten.

Papst Franziskus hat als Erzbischof von Buenos Aires vielfach denselben Wusch geäußert und unterhielt beste Beziehungen zum jüdischen Volk; er pflegte selbst sehr enge Freundschaften mit wichtigen Rabbinern.

Das Orchester des Neokatechumenalen Weges unter der Leitung von Pau Jorquera, das auch diesmal die Symphonie aufführte, hatte die Symphonie zuvor an verschiedenen Orten weltweit aufgeführt. Darunter sind Jerusalem, Bethlehem, Paris, Boston, New York, Chicago und Düsseldorf zu erwähnen.

In vielen dieser Städte nahmen Mitglieder des jüdischen Volkes teil, die in der Tiefe von der Musik und ihrer Bedeutung betroffen waren.

In Youtube finden sich zahlreche Beiträge zu diesem Ereignis in Auschwitz.

Ehrendokterwürde in Lublin und Konzert in Budapest

Kiko Argüello wurde am 26. Juni der Ehrendoktortitel der Universität von Lublin verliehen. Die Universität würdigte den Beitrag des Initiators des Weges für die Erneuerung der nachkonziliaren Kirche durch den „Neokatechumenat“. Vor der Zeremonie wurde nochmals die Symphonie gespielt.

Am 27. Juni wurde die symphonisch-katechetische Feier unter dem Vorsitz von Kardinal Erdö, der nach eigenen Worten von dieser Initiative begeistert ist, im Opernhaus in Budapest abgehalten.

Der Neokatechumenale Weg in Deutschland

In Deutschland gibt es 90 Neokatechumenale Gemeinschaften in 15 Diözesen und 35 Pfarreien.

Während der Osterzeit wurden in zehn deutschen Städten von den Neokatechumenalen Gemeinschaften Straßenmissionen durchgeführt.

Es gibt zwei diözesane missionarische internationale Priesterseminare „Redemptoris Mater“, jeweils in Berlin und Köln, die mittlerweile 40 Priester für die Neuevangelisierung hervorgebracht haben. Am Sonntag, den 7. Juli beging das Seminar Redemptoris Mater für die Erzdiözese Köln in Bonn seinen alljährlichen „Tag der offenen Tür“.

Insgesamt 250 Jugendliche aus den Neokatechumenalen Gemeinschaften werden aus Deutschland gemeinsam zum Weltjugendtag anreisen.