"Das Liebesbündnis ist der Keim, aus dem sich alles entwickelt"

Botschaft des internationalen Schönstatt-Werkes zum Jubiläum 2014

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 365 klicks

Das Generalpräsidium des internationalen Schönstatt-Werkes veröffentlichte am 18. Juli 2014 eine „Botschaft zum Jubiläum 2014“.

Das Jubiläum erinnere an den Gründungsvater, P. Josef Kentenich, der „mitten in dem weltgeschichtlichen Drama des Ersten Weltkrieges auf die leise Stimme Gottes gehört“ habe, und an „den unscheinbaren und einsamen Bundesschluss vom 18. Oktober 1914“, den die Gemeinschaft als „Unser Liebesbündnis“ bezeichnet.

In den 100 Jahren seit ihrem Bestehen habe die Gemeinschaft sich vielen Herausforderungen und Prüfungen stellen müssen. Kraft zöge sie aus dem Liebesbündnis: „Das Liebesbündnis ist der Keim, aus dem sich alles entwickelt, der sichere Stand, von dem aus wir alle Wagnisse eingehen und die Weltanschauung, die unser Denken und Handeln leitet. Dieses Bündnis führt in die Tiefe des Glaubens. … Aus dem Bund gestalten wir die Lebenskultur des Alltags und unser Apostolat. In den Prozessen des Umbruchs in Kirche und Gesellschaft gehen wir die Wege der Bindungen.“

Vier zentrale Erfahrungen kennzeichneten im besonderen die Vitalität dieses Bündnisses: „Wir leben gebunden an den Ort, den wir Heiligtum nennen. Durch diese Orte sind wir seelisch verwurzelt und in Verbindung mit dem Heiligen. Wir pflegen die lokalen Bindungen auf verschiedenen Ebenen. Das schafft Beheimatung. Orte werden zu Kraftquellen. Wir vertrauen auf die väterliche Gestalt des Gottesmannes P. Kentenich. Das Charisma des Gründers lebt in uns. Das schenkt Einheit, den Geist der Familie und die Leidenschaft der Sendung. Sein Charisma gibt uns Sicherheit im Pluralismus der Meinungen. Wir kultivieren eine missionarische Grundeinstellung des Lebens und Handelns in der Kirche und der Gesellschaft. Durch das gelebte Zeugnis in der Öffentlichkeit halten wir den apostolischen Geist lebendig. Wir nennen das innere Gesicht unserer Bewegung eine Familie. In der Vielheit suchen wir das Gemeinsame, damit Einheit wächst. Das ist Geschenk und dauernde Herausforderung für unser Miteinander und für das Zusammenwirken im Apostolat.“

Das 100jährige Jubiläum wolle die Gemeinschaft zum Anlass nehmen, das Bündnis zu erneuern. „Aus der Kraft der Bündniskultur sprechen wir ein konkretes Ja zu den fünf strategischen Bereichen, in denen sich unser Engagement aktuell konzentriert. Dieses Engagement ist in den Projekten der Bündniszelte des Jubiläums abgebildet: Jugend, Familien, Pädagogik, Kirche, Gesellschaft. Die Bündniskultur ist unser Umgang mit der Bindungs- und Beziehungsnot der globalisierten Welt, die von Individualismus geprägt ist. Sie ist unsere Perspektive für den Dialog zwischen den Konfessionen, Kulturen und Religionen.“

Ziel des Bündnisses sollen Erneuerung und Verwandlung sein, „damit wir der Evangelisierung der heutigen Welt besser dienen“. Die Gemeinschaft vertraue sich der Mutter Gottes an und mache sich „das Wort aus der Gründungsurkunde zu Eigen: 'Macht euch keine Sorgen. Beweist mir erst, dass ihr mich wirklich liebt.'“