Das Malteser Krankenhaus zur Heiligen Familie in Bethlehem

Über 50.000 Kinder erblickten hier das Licht der Welt

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 492 klicks

In Bethlehem, das zum palästinensischen Gebiet gehört, betreibt der Malteserorden seit 1990 das Malteser Krankenhaus zur Heiligen Familie. Mehr als 50.000 Kinder erblickten hier schon das Licht der Welt. Eines davon ist die neue Bürgermeisterin der Stadt, Vera Baboun. In einem Interview mit „IO Donna“, der Samstagsbeilage der italienischen Tageszeitung „Corriere della Sera“, vom 21. Dezember erklärte sie, nicht nur sie sei in dem Krankenhaus geboren worden, sondern auch ihre beiden Töchter.

Frauen jeder Nationalität und Konfession werden in dem Krankenhaus aufgenommen und versorgt. Es verfügt über eine Neugeborenen-Intensivstation mit 18 Bettchen, eine Intensivstation für Mütter mit zwei Betten und eine Tagesklinik mit sechs Betten. Sie verzeichnet jedes Jahr über 3.000 Entbindungen; außerdem werden jährlich rund 22.000 Beratungsgespräche geführt. Das Malteser Krankenhaus zur Heiligen Familie ist mit mehr als 63 Betten die größte gynäkologische und geburtshilfliche Klinik der Region, in der 140 qualifizierte einheimische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig sind.

Auf die Frage, weshalb sie sich so dem Krankenhaus der Malteser verbunden fühle, antwortete Vera Baboun, das Krankenhaus habe das Unmögliche möglich gemacht. Trotz aller Schwierigkeiten hätten tausende Frauen in Bethlehem und Umgebung Kinder unter medizinisch sicheren Bedingungen zur Welt bringen können. Das Krankenhaus sei ein Zeichen für das friedliche Zusammenleben von Moslems und Christen in Bethlehem.

Die Geschichte des Malteser Krankenhauses zur Heiligen Familie in Bethlehem geht auf das Jahr 1882 zurück. Die „Compagnie des filles de la Charité“ erwarben in Bethlehem Land und legten den Grundstein für ein Krankenhaus. Das Krankenhaus nahm am 19. März 1895 seinen Betrieb zum ersten Mal auf. In den folgenden hundert Jahren wurden unzählige Menschen in dem Krankenhaus versorgt. 1985 musste es aufgrund der politischen und sozialen Probleme im arabisch-israelischen Konflikt geschlossen werden, was für die Schwangeren und Mütter einer Katastrophe gleichkam. „Der Malteserorden, gemäß seiner Tradition ‚Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen‘, setzte das Krankenhaus wieder in Stand und öffnete einen Flügel des alten Krankenhauses. Seitdem ist das Krankenhaus eine rein geburtshilfliche und gynäkologische Klinik“, erläutert die Webseite. Nach nur vier Jahren Pause konnte das Krankenhaus am 20. Dezember 1990 seine Pforten wieder öffnen, und schon am 26. Februar 1990 kam das erste Kind im Krankenhaus der Malteser zur Welt.

Mittlerweile besitzt das Malteser Krankenhaus zur Heiligen Familie auch vier Ambulanzen, da viele Schwangere nicht nach Bethlehem kommen können. Außerdem betreut das Krankenhaus mit einer „mobilen Klinik“ die Beduinen in der Judäischen Wüste.