Das Martyrium des Hl. Johannes des Täufers

Benedikt XVI. über den „großen Propheten vor Christus“

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CASTEL GANDOLFO, Dienstag, 30. August 2011 (ZENIT.org/RV). - Die Kirche feierte gestern das Gedächtnis des Martyriums des hl. Johannes des Täufers: „Der größte der Propheten von Christus“, wie Papst Benedikt XVI. in seiner Lehre ausführt, „der sich selbst zu verleugnen wusste, um Raum für Christus zu schaffen, er hat gelitten und ist für die Wahrheit gestorben.“

Der Papst stellt allen Christen die Figur des ersten Zeugen Jesu vor Augen, weil der Glaube uns aufrufe, die Wahrheit der Liebe des Evangeliums in Klarheit zu verkünden, und dies „ohne Angst und Zögern, niemals den Einflüssen der Welt nachgebend.“

„Als authentischer Prophet gab Johannes Zeugnis für eine Wahrheit ohne Kompromisse. Er prangerte Übertretungen der Gebote Gottes an, auch wenn die Protagonisten mächtig waren. Also, als er Herodes und Herodias des Ehebruchs beschuldigte, bezahlte er es mit seinem Leben. Er besiegelte seinen Dienst für Christus, der die Wahrheit in Person ist, mit dem Martyrium.“ (Angelus, 24. Juni 2007)

Christen suchten nicht das Martyrium, so der Papst, aber sie seien „bereit, ihr Leben zu geben, um dem Evangelium treu zu bleiben.“ Sodann erläuterte er, was einen christlichen Märtyrer kennzeichne.

„Wir müssen immer wieder die Besonderheit des christlichen Martyriums betonen: Es ist ausschließlich ein Akt der Liebe gegenüber Gott und den Menschen, die die Verfolger mit einschließt. Daher bitten wir den Herrn, dass er uns lehrt, unsere Feinde zu lieben.“(Angelus, 26. Dezember 2007).

Das christliche Martyrium werde begründet „auf den Tod von Jesus, auf seinem höchsten Opfer der Liebe, das er am Kreuz vollendete, damit wir das Leben haben“, führte Benedikt XVI. aus. Hieraus erwachse die Kraft zum Martyrium.

„Aus der tiefen und innigen Vereinigung mit Christus ist es möglich, das eigene Leben aus Liebe zu Christus, zur Kirche und so für die Welt hinzugeben. Da die Berufung zum Martyrium und die Berufung zum Märtyrer nicht das Ergebnis menschlicher Anstrengung sind, sondern die Antwort auf eine Initiative und einen Ruf Gottes, sind sie ein Geschenk seiner Gnade.“ (Generalaudienz, 11. August 2010)

„In der Geschichte der Kirche fehlt es nie an Verfolgung“, unterstrich der Papst.

„In der Tat hören wir auch heute oft Nachrichten aus aller Welt von Missionaren, Priestern, Bischöfen, Ordensleuten und Laien, die verfolgt, eingesperrt, gefoltert, der Freiheit beraubt oder gehindert werden, sie auszuüben, weil sie Jünger Christi und Apostel des Evangeliums sind. Manchmal leiden und sterben sie auch für die Gemeinschaft mit der Weltkirche und ihrer Treue zum Papst.“ (Angelus, 26. Dezember 2007)

Den Verfolgern verzeihen, die Feinde lieben, dies sei die wahre christliche Revolution:

„Die christlichen Märtyrer aktualisieren den Sieg der Liebe über den Hass und den Tod. Beten wir für diejenigen, die wegen ihrer Treue zu Christus und seiner Kirche leiden. Die heiligste Maria, die Königin der Märtyrer, helfe uns, um glaubwürdige Zeugen des Evangeliums zu sein, den Feinden mit der unbewaffneten Kraft der Wahrheit und der Liebe zu antworten.“ (Angelus, 26.Dezember 2007)

[ZENIT-Übersetzung des italienischen Originals]