Das Menschenrecht der Religionsfreiheit durch Ideologien bedroht

Botschaft Benedikts XVI. an die 17. Vollversammlung der päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften

Vatikanstadt, (ZENIT.org) Jan Bentz | 1168 klicks

ROM, Donnerstag, 5. Mai 2011 (ZENIT.org). – Papst Benedikt XVI. hat der Präsidentin der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften, Prof. Mary Ann Glendon, zum Anlass der 17. Vollversammlung der Akademie mit dem Thema: „Allgemeine Rechte in einer heterogenen Welt. Die Frage der Religionsfreiheit" eine Botschaft zugesandt.

Papst Benedikt erklärte hier, wie oft er bereits die tiefen christlichen Wurzeln der westlichen Welt betont habe. Diese Kultur sei es gewesen, die den Boden der Religionsfreiheit  bereitet habe, die so viele Menschen heute genössen. Das Recht auf diese Freiheit sei auch von den Vereinten Nationen anerkannt und in ihre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte aufgenommen worden. Heute seien diese grundlegenden Menschenrechte durch Ideologien wiederum bedroht.

Der Papst dankte der Akademie für ihren Einsatz in diesem Bereich.

„Tief in unsere menschliche Natur eingeschrieben sind das Sehnen nach Wahrheit und Sinn und die Öffnung zum Transzendenten“, erklärte der Papst.

Der Begriff der Religionsfreiheit sei erstmals von Tertullian (libertas religionis) geprägt worden, der erklärt habe, dass es nur möglich sei, Gott in Freiheit und ohne Zwang zu verehren. Gott erwarte von einem freien Wesen, wie es der Mensch sei, eine freie Antwort auf seinen Ruf.

Das 2. Vatikanische Konzil lege mit dem Wissen um die Entwicklungen in Kultur und Gesellschaft eine erneuerte anthropologische Grundlage für die Religionsfreiheit vor. Die Konzilsväter hätten erklärt, dass die Menschen „von ihrem eigenen Wesen gedrängt und zugleich durch eine moralische Pflicht gehalten sind, die Wahrheit zu suchen, vor allem jene Wahrheit, welche die Religion betrifft“ (Dignitatis Humanae, 2).

Die Wahrheit mache uns frei und müsse frei gesucht werden, darum müssten die Zivilgesetze diese Freiheit schützen.

Jedes Land sei natürlich in seiner Gesetzgebung frei und darum bildeten sich verschiedene Haltungen gegenüber der Religionsfreiheit aus, manchmal sogar zu einem Misstrauen gegenüber der Religion überhaupt. Der Heilige Stuhl bemühe sich weiterhin um die Anerkennung dieses grundlegenden Menschenrechts und rufe besonders zum Schutz religiöser Minderheiten auf.

Der Papst schloss mit dem Ausdruck seiner Hoffnung, dass in der Rechtsprechung, im Bereich der politischen Wissenschaft, in Soziologie und Wirtschaft neue Einsichten in dieser bedeutenden Frage gewonnen werden könnten, und spendete allen Mitgliedern seinen apostolischen Segen.