Das Opfer Christi und die Rolle des Heiligen Geistes im Ostergeheimnis

Fünfter Tag der Fastenexerzitien im Vatikan

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ROM, 14. Februar 2008 (ZENIT.org).- In seinen Predigten vor dem Heiligen Vater und der Römischen Kurie am fünften Tag der Fastenexerzitien beschäftigte sich der diesjährige Exerzitienmeister und Bibelwissenschaftler Kardinal Albert Vanhoye am heutigen Vormittag mit dem Opfer Christi und der Rolle des Heiligen Geistes im Ostergeheimnis.



Die Meditation, die den Schlussakkord des gestrigen Tages setzte, hatte das Thema „Christus, der Mittler des Neuen Bundes im letzten Abendmahl“ in den Blick genommen. Jesus habe schon gewusst, dass er verraten, verleugnet, getötet werde. Er nehme diese Ereignisse seines Todes vorweg, und verwandle sich selbst in einen Sieg des Todes: „Wenn wir die Eucharistie feiern und die Kommunion empfangen, empfangen wir in uns diese intensive Dynamik der Liebe, die in der Lage ist, alle Ereignisse in Gelegenheiten zum Sieg der Liebe umzuwandeln.“

Kardinal Vanhoye betrachtete heute das Opfer Christi. Während das Wort „Opfer“ in der Alltagssprache eine negative Konnotation bekomme, habe es im religiösen Sinn einen höchst positiven Wert: „Opfern heißt nämlich nicht, etwas wegzunehmen; es heißt, heilig zu machen, so wie die Heiligung heilig macht, die Vereinfachung einfach. Das Opfer ist somit ein sehr positiver und fruchtbarer Akt, der den Wert einer Gabe unendlich vergrößert.“

Das Opfer Christi beinhalte das gesamte Ostergeheimnis: seinen Tod und seine Verherrlichung. Ohne die Verherrlichung bliebe es unvollständig, ohne sie hätte es nicht den Neuen Bund gestiftet, da Christus Gott nicht erreicht und die Verbindung zwischen unserer Armseligkeit und der Heiligkeit Gottes nicht hergestellt hätte.

Kardinal Vanhoye erinnerte daran, dass im Alten Testament der Zweck des Opfers darin bestanden habe, die Haltung Gottes zu ändern, seine Gunst durch das Opfern zu erlangen. Anderes geschehe beim christlichen Opfer, wie dies der Hebräerbrief erkläre.

Der heilige Paulus sage, dass der Zweck des Opfers darin besteht, die Haltung des Menschen zu verändern, nicht die Bestimmungen Gottes. Sein Zweck bestehe darin, den, der das Opfer darbringt, im Bewusstsein vollkommen zu machen, um Gott ein geläutertes und fügsames Herz zu geben.

Das religiöse Streben allein jedoch sei nicht ausreichend, um das Bewusstsein eines Sünders zu ändern. Dazu bedürfe es einer wirksamen Vermittlung. „Dem Sünder muss von einem Mittler geholfen werden, der selbst kein Sünder ist und ihn den Weg des Kontaktes, der Gemeinschaft mit Gott öffnet: Das ist das Problem des Bundes.“

In seiner zweiten Betrachtung vertiefte Kardinal Vanhoye die Rolle des Heiligen Geistes im Opfer Christi, das den Weg zu Gott eröffne. Jesus sei „würdiges Opfer und fähiger Priester“ gewesen: würdiges Opfer, da er eine perfekte moralische und religiöse Integrität besessen habe.

„Er war ohne Makel, heilig, unschuldig, der Unbefleckte.“ Jesus sei ein fähiger Priester gewesen, insofern er von der Kraft des Heiligen Geistes erfüllt gewesen sei.