Das Osterfest der Jüdischen Gemeinden hat begonnen

Papst sendet Gruß

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 478 klicks

Seit gestern Abend, den 14. April, hat das jüdische Pessach-Fest begonnen, das bis zum 22. April fortdauern wird. Zu diesem Anlass sandte Papst Franziskus  dem Oberhaupt der jüdischen Gemeinde in Rom, Rabbi Riccardo Di Segni, am vergangenen Freitag, den 11. April, einen Gruß.

Das Pessach-Fest gehört zu den wichtigsten Festen des Judentums und erinnert an den Auszug aus Ägypten, die Befreiung der Israeliten aus ägyptischer Sklaverei. Das Fest ist ein Fest der Familie und hat viele Rituale, wie das Verzehren von ungesäuerten Broten und verschiedener Speisen am sogenannten Sederabend, dem Vorabend des Pessach-Festes.

Das Fest und sein Name gehen auf Ex 12,1-20 zurück; als Gebot Gottes wurde es zwischen Ankündigung (Ex 11,5-10) und Vollstreckung (Ex 12,29ff) der letzten zehn Plagen eingesetzt. Im biblischen Zusammenhang beendet dieses Fest die Knechtschaft Israels: Nachdem sich die Ägypter weigerten, die Hebräer ziehen zu lassen, kündet Gott ihnen nach neun erfolglosen Plagen die Tötung der Erstgeborenen von Mensch und Tier an. Um verschont zu bleiben, solle jede israelitische Familie abends ein männliches, einjähriges fehlerloses Jungtier von Schaf oder Ziege schlachten, mit dessen Blut die Türpfosten bestreichen und es dann braten und gemeinsam vollständig verzehren. An den so markierten Häusern werde der Todesengel in derselben Nacht vorübergehen (hebr. pāsaḥ), während er Gottes Strafaktion an Ägypten vollstrecke. Danach drängt der Pharao die Israeliten zum Verlassen des Landes, worauf sie gemäß Gottes Anweisungen vorbereitet sind.

Das Pessachfest dauert sieben Tage, in der Diaspora bei orthodoxen Juden acht Tage. Während dieser Zeit darf gemäß Gottes Gebot (Ex 12,20) nichts Gesäuertes verzehrt werden, noch sich im Haus befinden. Dies wurde in der rabbinischen Tradition auf alle Speisen, die in irgendeiner Weise mit Gesäuertem in Berührung kamen, ausgedehnt. Sie dürfen an Pessach weder zur Zubereitung oder Darreichung von Speisen, noch zur Viehfütterung genutzt werden. Als Säuerndes gilt jede der fünf Getreidearten: Weizen, Roggen, Gerste, Hafer und Dinkel, die für mindestens 18 Minuten mit Wasser in Kontakt waren, sowie jede Speise und jedes Getränk, das aus einer dieser Getreidesorten hergestellt ist oder sie enthält.

Die traditionelle Osterliturgie verdeutlicht den Bezug zum jüdischen Pessachfest: In der Osternacht wird immer auch ein Text aus dem Buch Exodus zum Auszug der Israeliten vorgelesen. Der Einzug des Priesters oder Pfarrers mit der Osterkerze erinnert an die Feuersäule beim Auszug der Israeliten. Das große Osterlob nach dem Einzug schildert die Bedeutung der Paschanacht für das Christentum: Ausgehend vom Auszug aus Ägypten wird auf die Auferstehung Christi hingewiesen, der als „das wahre Lamm geschlachtet ward, dessen Blut die Türen der Gläubigen heiligt und das Volk bewahrt vor Tod und Verderben.“