Das praktische Beispiel zählt: Gebet in der Familie

Impuls zur Aktion „Nazaret-Gebet“ 2007 der Wiener Berufungspastoral

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WIEN, 29. November 2007 (ZENIT.org).- Das Gebet mit dem Ehepartner und mit den Kindern steht im Mittelpunkt des folgenden Beitrags, der dem Rundbrief „Familie – Weg der Kirche“ (01/2001) des Familienreferats der Erzdiözese Salzburg entnommen ist. Er will vor allem jenen Eltern als Denkanstoß dienen, die im Rahmen der Initiative Nazaret-Gebet 2007 der Berufungspastoral der Erzdiözese Wien täglich den „Angelus“ für die Berufung ihrer Kinder beten.



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Mit dem Ehepartner beten

Das gemeinsame Gebet ist eine große „Kraftquelle“ (was zwei von euch in meinem Namen erbitten...), aber auch für viele Paare ein Problem. Allein, im stillen Kämmerlein, fällt es noch leicht, aber zu zweit? Die Ehepartner haben zumeist verschiedenes Brauchtum in ihren Herkunftsfamilien erlebt. Es erscheint wichtig, darüber zu sprechen, und den, der sich schwerer tut, nicht zu überfordern. Kluge Belehrungen oder Ratschläge können auch Schläge sein – für den anderen beten dagegen kann man immer.

Einfache Formen finden und damit beginnen: zum Beispiel Kreuzzeichen, Vaterunser, Texte aus der Hl. Schrift. Zentrales Element der Hauskirche ist das Gebet in der Familie. Dass Gott existiert und wie er ist, erfahren die Kinder zuerst durch die Eltern. Kinder beobachten sehr genau, und ahmen uns nach.

Gebet mit den Kindern

Es ist ein tiefes Erleben für sie, wenn sogar die Eltern sich vor einem Größeren beugen, sich ihm anvertrauen. Sie haben ein feines Gespür für die Atmosphäre in der Familie. Erleben sie Geborgenheit, Zuwendung, Sicherheit, Vertrauen, Zärtlichkeit? Dann ist der Schritt zu Gott hin klein.

Sie merken auch, ob Glaube und Leben zusammenstimmen, oder ob es Fassade ist. Die Glaubenserziehung wird nicht fruchten, wenn man nur wegen der Kinder betet oder nur sie zur Messe schickt, damit sie etwas Religiöses mitbekommen.

Eine wichtige Aufgabe haben dabei die Väter: Das Bild von Gott Vater wird in erster Linie so ausgeprägt, wie Kinder ihren eigenen Vater erleben.

Für kleine Kinder ist es geradezu selbstverständlich, dass Gott existiert; sie haben ein natürliches religiöses Empfinden. Daher kann man nicht früh genug mit der Gebetserziehung beginnen. Die einfachen Grundgebete prägen sich tief in die Kinderseele ein und werden durch Ereignisse des späteren Lebens nicht ausgelöscht (vgl. Familiaris consortio, 60).

Nicht lange Erklärungen sind nötig, sondern das praktische Beispiel und lebendige Zeugnis der Eltern: Beten lernt man durch Beten. Jesus hat seine Jünger auch keine theoretische Gebetsanleitung gegeben, sondern sie das Vaterunser gelehrt.