Das Priesterjahr richtet sich auch an jene Priester, die ihr Amt nicht mehr ausüben

Kardinalstaatssekretär Bertone im Osservatore-Interview

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ROM, 28. August 2009 (ZENIT.org).- Das aktuelle Priesterjahr sei eine Initiative, mit der Papst Benedikt XVI. unter anderem auch mit jenen Priestern in Kontakt treten wolle, die ihr Amt aufgegeben haben. Das erklärt Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone in einem Interview, das heute im „Osservatore Romano“ (28. August) erschienen ist. Bertone erläutert darin außerdem, wie es zur Idee des besonderen Jahres gekommen sei, das den Priestern gewidmet ist.



Nach der Synode über das Wort Gottes (2008) habe auf dem Schreibtisch des Papstes ein bereits präsentierter Vorschlag zu einem besonderen Gebetsjahr gelegen, das sich gut an die Betrachtungen zum Wort Gottes anschloss. Der damals noch bevorstehende 150. Todestag des heiligen Johannes-Maria Vianney, Pfarrer von Ars, sowie die Herausforderungen und Probleme, von denen viele Priester betroffen seien, hätten Benedikt XVI. dazu bewogen, das Priesterjahr auszurufen.

Mit diesem Jahr, so Bertone, wolle der Papst eine „besondere Aufmerksamkeit gegenüber den Priestern und den Priesterberufen“ wecken und „im ganzen Volk Gottes eine Bewegung wachsender Zuneigung und Nähe zu den geweihten Amtsträgern“ fördern. „Das Priesterjahr hat in allen Ortskirchen große Begeisterung ausgelöst, eine außerordentliche Bewegung des Gebetes und der Brüderlichkeit gegenüber den Priestern und unter ihnen sowie einen starken Impuls zur Förderung der Berufungspastoral.“

Des weiteren komme es zu einer Verstärkung des bisweilen getrübten Dialogs zwischen Bischöfen und Priestern. Es wachse darüber hinaus eine besondere Aufmerksamkeit auch gegenüber jenen Priestern, die in ihrem pastoralen Wirken ein Randdasein führen.

Kardinal Bertone äußert in dem Interview die Hoffnung, dass durch das Priesterjahr der Kontakt und die brüderliche Liebe zu jenen Priestern intensiviert werde, die aus verschiedenen Gründen die Ausübung ihres Amtes aufgegeben haben, und dass es - wenn möglich - auch zu deren Rückkehr komme. „Die heiligen Priester, die die Geschichte der Kirche bevölkert haben, werden es nicht daran fehlen lassen, den von Benedikt XVI. vorgeschlagenen Weg der Erneuerung zu hüten und zu fördern.“