Das Sakrament ist kein magisches Ritual, sondern eine Begegnung mit Jesus

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 366 klicks

Jesus warte immer auf uns, dies sei die Demut Gottes. So die Worte von Papst Franziskus in der heutigen Predigt während der Messe in Santa Marta. Er unterstrich, dass das Sakrament kein mystisches Ritual sei, sondern eine Begegnung mit Jesus, der uns im Leben begleite. Im Leben eines jeden Christen gebe es Moment der Freude, aber auch schwierige Momente des Schmerzes, der Trauer und der Sünde.

„In schwierigen wie in schönen Momenten bleibt eine Sache immer dieselbe: Der Herr ist da, er lässt sein Volk nie allein! Denn der Herr hat am ersten Tag der Sünde, seit der ersten Sünde, eine Entscheidung getroffen, hat eine Wahl getroffen: mit seinem Volk Geschichte zu machen. Und Gott, der keine Geschichte hat, weil er ewig ist, hat Geschichte machen wollen, indem er nah neben seinem Volk geht. Und noch mehr: Er ist einer von uns geworden, er ist wie wir, in Jesus. Und das spricht für die Demut Gottes.“

Die Größe Gottes liege in dieser Demut, fügte er hinzu. Er habe mit seinem Volk gehen wollen, und als sich sein Volk von ihm durch die Sünde entfernt habe, sei er dagewesen, um auf es zu warten. Und auch Jesu begegne uns mit dieser Demut, denn er wolle mit dem Volk Gottes gehen, mit den Sündern, mit den Hochmütigen. Der Herr habe viel getan, um den hochmütigen Herzen der Pharisäer zu helfen.

„Demut. Gott wartet immer. Gott ist neben uns, er geht mit uns, er ist demütig: er wartet immer auf uns. Jesus erwartet uns immer. Das ist die Demut Gottes. Und die Kirche verkündet mit Freude diese Demut Gottes, die uns begleitet, wie es der heutige Psalm sagt. ‚Zum Haus des Herrn wollen wir pilgern.‘ Gehen wir mit Freude, denn er begleitet uns, er ist mit uns. Der Herr begleitet uns auch in unserem persönlichen Leben: mit den Sakramenten. Ein Sakrament ist kein mystisches Ritual: Es ist eine Begegnung mit Jesus Christus; wir begegnen dem Herrn. Und er ist neben uns und begleitet uns.“

Jesus werde zu einem „Weggefährten“. Auch der Heilige Geist begleite uns, so der Pontifex weiter. Er lehre uns all das im Herzen, was wir nicht wissen würden. Er erinnere uns alles, was Jesus uns gelehrt habe und lasse uns so die Schönheit des rechten Weges spüren. Der Papst wiederholte, Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist seien Weggefährten, sie machten mit uns Geschichte. Dies feiere die Kirche mit großer Freude mit der Eucharistie.

„Und wenn er gemeinsam mit uns Geschichte gemacht hat, werden auch wir ein bisschen ein Teil seiner Geschichte; bitten wir ihn um die Gnade, mit ihm gemeinsam die Geschichte schreiben zu dürfen: dass er unsere Geschichte schreiben möge. Das ist sicher.“