Das Sakramentar Heinrich II. kehrt nach Regensburg zurück - als Kopie

Ein Faksimile wurde am heutigen Vormittag an den Leiter der Staatlichen Bibliothek übergeben

Regensburg, (Bistum Regensburg) | 205 klicks

Dr. Rolf Griebel, Generaldirektor der Bayerischen Staatsbibliothek in München, hat am Donnerstagvormittag in der Staatlichen Bibliothek Regensburg ein Faksimile des Sakramentars Kaiser Heinrich II. an Dr. Bernhard Lübbers, den Leiter der Einrichtung, übergeben. Es besteht Gewissheit, dass das Sakramentar in St. Emmeram Regensburg angefertigt wurde. Es ist eine der bedeutendsten Handschriften des Mittelalters und wurde vom späteren Kaiser Heinrich II. in Auftrag gegeben. Das Original, das von unschätzbarem Wert ist, befindet sich in der Staatsbibliothek in München, wohin es 1803 in die Hofbibliothek verbracht worden war. Bischof Rudolf Voderholzer war während der Feierstunde anwesend und nahm – mit weißen Handschuhen versehen – die ca. vier Kilogramm wiegende imposante Nachbildung des geistlichen Werkes in Augenschein. Anhand der Angaben zum Heiligenkalender wurde festgestellt, dass bereits damals, im 11. Jahrhundert, der Festtag des heiligen Erhard auf dem 8. Januar lag.

Schon seit 1985 lief das Projekt, Kopien des Sakramentars zu erstellen. Die 333 Faksimile-Ausgaben sind beinahe ausverkauft. Das Sakramentar Heinrich II. ist neben dem Uta-Codex eines der noch wenigen vorhandenen Zeugnisse der Regensburger Buchmalerei des 11. Jahrhunderts. Im ersten Jahrhundert des zweiten Jahrtausends waren allein die Buchmalerei-Schulen von Regensburg sowie von Reichenau maßgeblich. Ein Sakramentar versammelt zahlreiche liturgische Texte. Das Original des Sakramentars Kaiser Heinrich II. war noch zu Zeiten des Kaisers von Regensburg nach Bamberg gebracht worden. Dort hatte es zahlreiche Kriege unversehrt überstanden, wie Dr. Lübbers ausführte.

Als ein „herausragendes Kulturdenkmal von europäischem Rang“ bezeichnete Generaldirektor Dr. Griebel das Sakramentar. Jede Ausstellung und jeder Transport sind für das Original eine „besondere Belastung“. 1987 war es in Regensburg zuletzt zu sehen. 2010 war ein Faksimile Papst Benedikt XVI. in Rom übergeben worden. Das am Donnerstag übergebene Faksimile, das übrigens auch alle Punkte der Abnutzung exakt wiedergibt, steht nun für die Bürger der Stadt und Region Regensburg zur Verfügung. Im Gegensatz zum Original bietet es den Vorteil, dass es in gebundener Form vorliegt. Damit ist der Gesamteindruck erfahrbar.

(Quelle: Webseite des Bistums Regensburg)