Das Sinnbild des Festes der Darstellung des Herrn

Der 14. Tag des geweihten Lebens

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ROM, 2. Februar 2010 (ZENIT.org).- Am heutigen Nachmittag wird Papst Benedikt XVI. anlässlich des Hochfestes der Darstellung des Herrn im Petersdom der zweiten Vesper des Festages vorstehen. Das Fest der Darstellung des Herrn ist auch der Welttag des geweihten Lebens. Es gehört zu den wesentlichen Inhalten des Lehramtes Benedikts XVI., die Bedeutung des geweihten Lebens für die Sendung der Kirche in der Welt und das Zeugnis des Evangeliums hervorzuheben.

Simeon und Hannah schauten in Jesus die Rettung Israels. „Ihre Erwartung verwandelt sich so in Licht, das die Geschichte erleuchtet. Simeon ist Träger einer alten Hoffnung, und der Geist des Herrn spricht zu seinem Herzen Deshalb kann er den schauen, den viele Propheten und Könige zu sehen wünschten, Christus, das Licht, das die Heiden erleuchtet.“

„In jenem Kind erkennt er den Retter, ahnt aber im Geist, dass sich um ihn die Geschicke der Menschheit abspielen werden und dass er durch alle, die ihn ablehnen, viel wird leiden müssen; Simeon verkündet die Identität und die Sendung des Messias mit den Worten, die einen der Hymnen der entstehenden Kirche bilden, der den ganzen gemeinschaftlichen und eschatologischen Jubel über die erfüllte Heilserwartung verströmt.“

„Die Begeisterung ist so groß, dass Leben und Sterben ein und dasselbe sind und das ‚Licht’ und die ‚Herrlichkeit’ zu einer universalen Offenbarung werden.“

Das gottgeweihte Leben, das dieser Erfahrung entspricht, ist für den Papst ein „unschätzbares Geschenk“. Wie das Leben Jesu in seinem Gehorsam und seiner Hingabe an den Vater ein lebendiges Gleichnis für den „Gott-mit-uns“ sei, „ so wird die konkrete Hingabe der geweihten Personen an Gott und an die Brüder zum beredten Zeichen der Gegenwart des Reiches Gottes für die Welt von heute.“

Innerhalb des Volkes Gottes sind die Gottgeweihten für den Papst „gleichsam Wächter, die das neue Leben, das in unserer Geschichte schon vorhanden ist, erblicken und verkünden“ (Rede zum 10. Tag des Geweihten Lebens 2006).

Die Menschen hätten heute ein starkes religiöses und geistliches Bedürfnis, so Benedikt XVI. im Jahr 2008 in einer Ansprache an Ordensleute. Gleichzeitig betonte der Papst, dass diese nur breit seien, dem zu hören und dem zu folgen, der die eigene Treue zu Christus konsequent bezeugt.

Es sei somit interessant festzustellen, dass „den meisten Zulauf an Berufungen gerade solche Institute haben, die eine Lebenshaltung bewahrt oder gewählt haben, die äußerst streng und dem Evangelium treu ist, das unverkürzt gelebt wird“.

Auch heute sende Gott Arbeiter in seinen Weinberg und bereichere sein Volk mit vielen und heiligen Berufungen. „Dafür danken wir ihm, und wir bitten ihn, dass der Begeisterung der anfänglichen Entscheidung – denn viele junge Menschen beschreiten den Weg der dem Evangelium entsprechenden Vollkommenheit und beginnen neue Formen des geweihten Lebens nach einer bewegenden inneren Umkehr –, dass, wie ich sagte, der Begeisterung der anfänglichen Entscheidung das standhafte Bemühen auf einem echten Weg asketischer und geistlicher Vollkommenheit folgt, d. h. ein Weg wahrer Heiligkeit.“

Jenseits aller Krisen und Ermüdungserscheinungen im Bereich der Ordensgemeinschaften könnten auch Zeichen eines positiven Aufschwungs erkannt werden, dies besonders dann, „ wenn sich die Gemeinschaften dazu entschlossen haben, zu den Anfängen zurückzukehren, um in stimmigeren Weise den Geist des Gründers zu leben“.

„Den Geist der Anfänge wiederzuentdecken, die Kenntnis des Gründers oder der Gründerin zu vertiefen: das hat den Instituten geholfen und einen neuen, verheißungsvollen, asketischen, apostolischen und missionarischen Impuls gegeben. Weltliche Werke und Tätigkeiten erhielten so neue Lebenskraft, und neue Initiativen zur wahren Verwirklichung des Charismas der Gründer sind entstanden. Auf diesem Weg gilt es, weiterzugehen und den Herrn zu bitten, er möge das von ihm begonnene Werk vollenden.“

Dieses Jahr wird der 14. Tag des geweihten Lebens begangen, ein Anlass des Gebets, der auf die Initiative Papst Johannes Pauls II. zurückgeht und mit einer Botschaft des Papstes vom 6. Januar 1997 eingerichtet wurde.

In seinem Schreiben erklärte Johannes Paul II. in drei Punkten den Grund für diesen Tag.

Er entspreche zunächst dem inneren Bedürfnis, „den Herrn in noch feierlicherer Weise zu preisen und ihm für das große Geschenk des geweihten Lebens zu danken“, das es die christliche Gemeinschaft mit der Vielfalt seiner Charismen und den Früchten der Erbauung bereichere und erfreue, die aus der Ganzhingabe so vieler an Gottes Reich fließen.

Zum Zweiten beabsichtige dieser Tag, die Kenntnis und die Wertschätzung des geweihten Lebens im ganzen Gottesvolk fördern.

Der dritte Beweggrund betreffe direkt die Personen des geweihten Lebens, „die eingeladen sind, gemeinsam und in feierlicher Weise die Wundertaten zu feiern, die der Herr an ihnen vollbracht hat, um mit noch klarerem Glaubensblick die Strahlen der göttlichen Schönheit wahrzunehmen, die der Geist ihrer Lebensform verliehen hat, und um sich ihrer unersetzlichen Sendung in der Kirche und in der Welt lebendiger bewusst zu werden“.

„In eine oft hektische und zerstreuende Welt hineingestellt, und manches Mal von drängenden Aufgaben in Beschlag genommen, wird die Feier solch eines jährlichen Gedenktages den Personen des geweihten Lebens auch helfen, zu den Quellen ihrer Berufung zurückzukehren, eine Bilanz ihres eigenen Lebens zu ziehen und die Verpflichtung ihrer Weihe zu bekräftigen. So können sie den Männern und Frauen unserer Zeit in den verschiedenen Lebenslagen mit Freude Zeugnis davon geben, dass der Herr die Liebe ist und fähig, das Herz des Menschen zu erfüllen.“