Das Skapulier-Fest: Der Gedenktag Unserer Lieben Frau auf dem Berge Karmel

Das Hauptfest des Karmeliterordens

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 564 klicks

Die Bezeichnung „Skapulierfest“ erklärt sich mit einer Vision des heiligen Simon Stock (um 1165–1265), des Generaloberen der Karmeliter. Im Jahr 1251 erschien dem Heiligen die Mutter Gottes und übergab ihm ein Skapulier. Dabei versprach sie ihm, dass jeder, der das Skapulier, einen Überwurf, trage, unter ihrem Schutz stehe.

Erstmals ist das Skapulierfest 1386 in England bezeugt. Die Karmeliten danken an diesem Tag Maria, die Patronin des Ordens ist, für ihre Wohltaten. Die Ursprünge des Festes gehen vermutlich auf die letzte Sitzung des Zweiten Konzils in Lyon zurück, die am 17. Juli 1274 stattfand. Der Versuch, den Karmeliterorden aufzulösen, da es bereits viele Bettelorden gab, war gescheitert. Daher wurde das „Karmelfest“ am 17. Juli gefeiert; erst später wurde es auf den 16. Juli gelegt. Am 16. Juli 1251 soll der heilige Simon Stock das Skapulier erhalten haben.

Doch es wird noch ein weiterer Grund für den Festtag angeführt: Im Jahr 1374 fand eine Diskussion an der Universität in Cambridge statt. Dem Karmeliterorden sollte der marianische Titel streitig gemacht werden, wurde aber schließlich anerkannt.

Seit dem Jahr 1642 ist das Skapulierfest das Hauptfest des Karmeliterordens: „In diesem Gedächtnis der seligen Jungfrau Maria vom Berge Karmel ist also die gesamte Marienfrömmigkeit des Karmel gleichsam gebündelt enthalten.“

„Karmel“ bedeutet im Deutschen „Baumgarten“ oder „fruchtbarer Garten“. Das Karmelgebirge gilt als Entstehungsort des Karmeliterordens. Im Alten Testament findet die Geschichte des Karmel vor allem im Zusammenhang mit den beiden Propheten Elija und Elische Erwähnung.

Seit 1726 ist das Skapulierfest ein Gedenktag in der gesamten katholischen Kirche.