Das Testament Benedikt XVI.

Der Herr ruft mich, den Berg zu besteigen -- Ich verlasse das Kreuz nicht

Rom, (ZENIT.org) P. Giuseppe Buono | 1195 klicks

Ich möchte zu einer Betrachtung über die beiden letzten, tief beeindruckenden Meditationen Benedikts XVI. einladen: sein letztes Angelus vom Fenster seines Arbeitszimmers am Sonntag, den 24. Februar, und seine letzte Audienz auf dem Petersplatz, am Vormittag des 27. Februars.

Beim Angelus vertrat ich die Gemeinschaft der Missionare; bei der letzten Generalaudienz war auch Patrizia Pelosi anwesend: WIR KONNTEN NICHT FEHLEN! Eine Stunde vor dem Angelus war ich im Arbeitszimmers unseres Kardinals Robert Sarah: Wir beten viel für ihn, so wie er mich bat, an einer besonderen Segnung teilzunehmen…

Bei der Meditation des Angelus traf die Äußerung Benedikts XVI. tief mein Herz, das heißt, mir schossen die Tränen in die Augen, was nicht leicht geschieht. Mit fester, wenn auch bewegter Stimme sprach er: „Der Herr rief mich, den Berg zu besteigen.“ Es war der zweite Sonntag in der Fastenzeit, und das Evangelium erinnerte an die Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor, um uns daran zu erinnern, dass auch wir eingeladen sind, auf den Berg zu steigen, um in der Abgeschiedenheit der göttlichen Dreifaltigkeit zu begegnen, die allein unsere ganze Geschichte in eine Geschichte der Schönheit, des Lichtes und der Freude verwandelt. In der wundervollen Meditation der letzten Generalaudienz auf dem Petersplatz am Vormittag des 27. Februars haben wir eine lange, dichte und tief gehende Betrachtung über die Kirche, die Christus ist, auch wenn sie Petrus und den Aposteln anvertraut wurde. Er erinnerte an den übernatürlichen Grund seines Verzichts auf den Papststuhl. Die Stimme war heiser, aber entschieden und präzise; und Benedikt XVI. betonte: „Ich verlasse nicht das Kreuz!“

Wir hielten auf gewisse Weise bei den Zusammenkünften im Internationalen Zentrum der Missionarsbewegung auf dem Rasen oben vor dem Fenster des Arbeitszimmers Benedikts XVI. Wache, während wir das erleuchtete Fenster betrachten, und wir beteten für ihn und für die ganze Kirche den Rosenkranz. Sind es nicht wir, die diese beiden Bekräftigungen als dauerhaftes Programm unseres christlichen Lebens annehmen müssen, das wir in der Mission und überall Tag für Tag leben?

Die Mission der Kirche lädt uns immer ein, mit Jesus den Berg zu besteigen, von seinem Wort verwandelt zu werden, zu meditieren und zu beten, weil die Mission das Werk des Heiligen Geistes ist; und wir müssen sie zu erkennen wissen, im Alltag und in den menschlichen Kulturen, und dort das Evangelium Gottes, das Jesus Christus ist, verbreiten.

Es ist unser weiterer Weg in der Fastenzeit, aber nun im Bewusstsein der Liebe Benedikts XVI. zu Christus, zur Kirche, zu den Gläubigen zu vollenden bis zum Entschwinden von der Bildfläche, dennoch beim Kreuz bleibend und im Herzen der Kirche.

Der Schluß der beiden Meditation beim Angelus und der Audienz, beide marianisch natürlich!

„Lasst uns um die Fürsprache der heiligen Jungfrau Maria beten: Möge sie uns allen helfen, dem Herrn Jesus immer zu folgen, im Gebet wie in der tätigen Nächstenliebe“ (Angelus).

„Wir bitten um die mütterliche Fürsprache der Jungfrau Maria, der Mutter Gottes und der Kirche, damit sie jeden von uns und die gesamte Kirche begleiten möge; ihr vertrauen wir uns in tiefer Zuversicht an“ (Generalaudienz).