Das Urteil: Was passiert, wenn man alles verliert?

Ein Film über den Umgang mit Trauer und den Wert des Lebens

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ROM, 20. April 2012 (ZENIT.org). – Umgang mit Trauer und der Wert des Lebens: Der spannende Gerichtsfilm „Das Urteil“ unter der Regie von Gary Wheeler mit Matthew Modine und Randy Wayne ist auch ein Film der leisen Zwischentöne, der abseits der Haupthandlung viele Fragen aufwirft und einige Antworten anbietet: Ohne eine platte Diskussion um die Todesstrafe in den USA vom Zaun zu brechen, zeigt der Film auf eindrucksvolle Weise, dass menschliches Leben wertvoll ist.

Bei einem schweren Verkehrsunfall verliert Anwalt McClain seine Frau und seine beiden Söhne. Er selbst überlebt. Doch sein Dasein erscheint ihm nun völlig sinnlos. Aber dann übernimmt er den Fall eines jungen Mannes, der wegen Mordes zum Tod verurteilt werden soll. Während er vor Gericht für das Leben seines Klienten kämpft, wird ihm allmählich klar, dass Gott noch einen Plan für ihn hat.

Der Film beginnt mit einer recht düsteren Szene: Anwalt McClain ist in tiefe Depression versunken und plant, seinem Leben ein Ende zu setzen. Der Anruf eines Richters hindert ihn daran, seinen zerstörerischen Plan in die Tat umzusetzen. Und eben jener Richter bietet ihm wenig später die Verteidigung in einem brisanten Mordfall an und fordert ihn mit den Worten heraus: Fangen Sie endlich wieder an zu leben!  Zunächst noch widerstrebend, doch dann mit zunehmender Leidenschaft beginnt McClain, sich für seinen Mandanten Pete Thomason einzusetzen. Er ist von der Unschuld des jungen Mannes überzeugt. Doch die Fakten stehen schlecht:

Pete wird beschuldigt, seine Freundin Angela getötet zu haben. Denn in der Nacht ihrer Ermordung war er der letzte, der zusammen mit ihr gesehen wurde. Außerdem wurde er von der Polizei in der Nähe des Tatorts aufgegriffen - mit den Autoschlüsseln zu Angelas Wagen in seiner Jackentasche. Doch Pete hat einen kompletten Filmriss und kann sich an nichts erinnern, was in jener Nacht geschehen ist. Er weiß nur, dass er Angela geliebt hat und ihr nie etwas hätte antun können.

Staatsanwalt Joe Whetstone ist davon überzeugt, in Pete den Mörder von Angela gefunden zu haben. Vor Gericht zieht er alle Register, um den jungen Mann verurteilen zu lassen. Dabei will er sich nicht nur mit lebenslanger Haft zufriedengeben. Er fordert die Todesstrafe. Für Anwalt McClain ist der Staatsanwalt leider auch kein Unbekannter. Jahre zuvor hat er bereits einen wichtigen Prozess gegen Whetstone verloren. 

Doch McClain ist in seinem Kampf um das Leben von Pete nicht allein: Unterstützung bekommt er von seinen Mitarbeitern – der dynamischen Mindy und Privatdetektiv Ray, dem Bruder seiner verstorbenen Frau. In der Psychologin Anna Wilkes findet er zudem eine Vertraute, die ihm nicht nur im Hinblick auf den Prozess eine große Stütze ist.  Anna leitet eine Seelsorgegruppe für Hinterbliebene, in der sie versucht, Menschen in ihrer Trauer zu helfen.

In „Das Urteil“ steht neben der spannenden Handlung rund um den Mordprozess gegen den jungen Pete Thomason vor allem das Thema Trauerbewältigung im Focus. Dieses Thema klingt in den unterschiedlichsten Kontexten immer wieder an und findet besonders in den Aussagen des Anwalts seinen roten Faden. Am Ende des Films kann McClain sogar sagen:

„Mein Leben hat sich verändert, als ich aufhörte Gott zu fragen, warum meine Familie nicht mehr da ist und anfing, ihm dafür zu danken, dass ich noch lebe.“

Filmtipp: Das Urteil, Haenssler Verlag, 101 Minuten, freigegeben ab 12 Jahren