Das Vorbild der Heiligen, Appell für Solidarität, Gerechtigkeit und Versöhnung

Papst Benedikt XVI. fordert Gewaltstopp in indien und der Demokratischen Republik Kongo

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ROM, 13. Oktober 2008 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen die Grußworte, die Papst Benedikt XVI. am gestrigen Sonntag nach der heiligen Messe zur Heiligsprechung der Schweizer Ordensgründerin Maria Bernarda Bütler (1848-1924), des neapolitanischen Ordensgründers Gaetano Errico (1791-1860), der aus Ecuador stammenden Narcisa de Jesus Martillo Moran (1833-69) und der ersten heiligen Inderin, Ordensschwester Anna Muttathupadathu (1910-46), auf dem Petersplatz an die versammelten Gläubigen gerichtet hat.

Der Papst appellierte eindringlich für ein Ende der Gewalt gegen die Christen. Bezug nahm er insbesondere auf die alarmierende Situation in Indien und der Demokratischen Republik Kongo.

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Während wir uns anschicken, diese Feier mit dem Gebet des Angelus zu beenden, möchte ich die Pilger grüßen, die zahlreich aus den verschiedenen Ländern hierhergekommen sind, um den neuen Heiligen zu huldigen.

[Die Pilger aus dem englischsprachigen Raum grüßte der Papst mit den folgenden Worten:]


Herzlich grüße ich die englischsprachigen Pilger, besonders die offizielle Delegation aus Indien und all jene, die zur Feier der Heiligsprechung der heiligen Alphonsa von der Unbefleckten Empfängnis gekommen sind. Ihre heroischen Tugenden der Geduld, der Stärke und der Standhaftigkeit inmitten tiefen Leidens rufen uns ins Gedächtnis, dass Gott immer für die Kraft sorgt, die wir brauchen, um jede Prüfung zu bestehen.

In dem Augenblick, in dem die Christen Indiens Gott für ihre erste aus diesem Land stammende Tochter danken, die der öffentlichen Verehrung überstellt ist, möchte ich sie in dieser schweren Zeit meines Gebetes versichern. Ich empfehle jene, die sich für Frieden und Versöhnung einsetzen, der Fürsorge des allmächtigen Gottes an, und appelliere dabei eindringlich an diejenigen, die weiterhin Gewalt verbreiten, darauf zu verzichten und sich mit ihren Brüdern und Schwestern zu verbinden, um gemeinsam für den Aufbau einer Zivilisation der Liebe zu arbeiten. Gott segne euch alle!

[Päpstliche Grußworte an die Pilger aus dem deutschen Sprachraum:]


Mit Freude heiße ich alle Gläubigen deutscher Sprache willkommen; besonders grüße ich die offizielle Delegation und die zahlreichen Pilger aus der Schweiz sowie die Franziskaner Missionsschwestern von Maria Hilf.

Die hl. Maria Bernarda hat ihr Leben ganz dem Herrn anvertraut. So ist sie zu einem Instrument der Liebe Gottes geworden, die sie bis an die Enden der Erde verkündet hat. Nach ihrem Vorbild wollen auch wir uns darum bemühen, den Gott der Liebe und der Hoffnung zu den Menschen zu bringen. Der Herr schenke euch dazu die Fülle seiner Gnade.

[Anschließend richtete sich Benedikt XVI. an die spanischsprachigen Pilger:]


Ich richte einen herzlichen Gruß an die Pilger, die nach Rom gekommen sind, um an der freudvollen Feier der Verkündigung der neuen Heiligen teilzunehmen. Insbesondere grüße ich die Herren Erzbischöfe und Bischöfe, die sie begleiten, die Franziskaner Missionsschwestern von Maria Hilf sowie die Delegationen und die anderen Obrigkeiten aus Kolumbien und Ecuador, die in Vertretung jener an Früchten der Heiligkeit so reichen Ländern gekommen sind.

Die neuen Heiligen sollen für alle ihre Mitbürger Fürsprache halten, damit alle in der Nachfolge ihres Vorbilds im Glauben beständiger werden, in der Liebe zu den Schwestern und Brüdern wachsen und so immerfort die Liebe Christi zu allen Menschen bezeugen, während sie die christlichen Wurzeln ihrer Völker neu stärken und den Aufbau einer gerechteren und solidarischeren Gesellschaft erhellen, weil sie sich an den Werten des Evangeliums inspirieren. Vielen Dank!

[Zu den französischsprachigen Pilgern sagte der Heilige Vater:]

Ich grüße euch herzlich, liebe Pilger aus dem französischen Sprachraum. Heute, in der Nachfolge des Rufs des Herrn und des Vorbilds der Heiligen, die soeben heilig gesprochen worden sind, sind wir dazu aufgefordert, auf dem Weg des Kreuzes mutige Zeugen des Wortes Gottes zu sein, um alle, denen wir begegnen, zum Hochzeitsmahl des Evangeliums einzuladen. Unser Gebet möge die Vollversammlung der Bischofssynode für die ganze Zeit ihrer Arbeiten begleiten! Mit meinem Apostolischen Segen.

[Danach richtete der Papst einige Worte an die polnischen Pilger:]


Unter den Teilnehmern dieser feierlichen Heiligsprechung grüße ich auch die polnischen Pilger. In eurer Heimat wird heute der Tag begangen, der meinem geliebten Vorgänger Johannes Paul II. geweiht ist. Ich segne jede Initiative zum Angedenken seiner Person. Im Gebet empfehle ich euch alle Gott.

[Zu den italienischen Pilgern sagte Benedikt XVI. abschließend:]


Schließlich grüße ich herzlich die Pilger italienischer Sprache, besonders die geistlichen Kinder des heiligen Gaetano Errico und die Gläubigen aus Neapel und Kampanien.

Liebe Freunde, im Leben der Heiligen und in dem, was sie verwirklicht haben, begegnet man immer der starken geistlichen Gegenwart der Jungfrau Maria. Gerne hebe ich in diesem Monat Oktober ihre Verbundenheit mit dem Rosenkranzgebet hervor, als ein Mittel der täglichen Verbindung mit Jesus, als Quelle der Inspiration und des Trostes, als Mittel der Fürsprache für die Bedürfnisse der Kirche in der Meinung des Papstes. In dieser Hinsicht lade ich euch ein, für jene Gebiete um Versöhnung und Frieden zu beten, wo alarmierende Bedingungen herrschen und großes Leid hervorrufen.

Ich denke an die Bevölkerung von Nord-Kivu in der Demokratischen Republik Kongo, und ich denke an die Gewalt gegen die Christen im Irak und in Indien, an die ich täglich im Gebet gedenke. Bitten wir auch für die Arbeiten der Bischofssynode, die in diesen Tagen im Vatikan versammelt ist, um den Schutz Mariens, Königin der Heiligen.

[ZENIT-Übersetzung des italienischen Orginals; © Copyright 2008 – Libreria Editrice Vaticana]