"Das Wichtigste ist es, sich nie von Jesus zu trennen“: Papst Benedikt XVI. über den unerschütterlichen Glauben des "ungläubigen" Thomas

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ROM, 27. September 2006 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. hat die Christen dazu ermutigt, in allen Unsicherheiten und Zweifeln am Glauben an Gott festzuhalten.



Während der Generalaudienz auf dem Petersplatz lud der Heilige Vater, der die Gestalt des heiligen Apostels Thomas beleuchtete, die Anwesenden dazu ein, „das Beispiel des Apostels Thomas nachzuahmen: Lasst euch nicht durch Zweifel und Ängste verunsichern! Wendet euch mit euren Fragen und Sorgen vertrauensvoll an den auferstandenen Herrn. Er ist uns nahe und ruft uns auch heute in seine Nachfolge“, bekräftigte er gegenüber den Pilgern aus dem deutschen Sprachraum. Zuvor hatte der Papst anhand dreier Szenen aus dem Leben des „ungläubigen“ Thomas, die in den vier Evangelien beschrieben werden, auf wichtige Grundpfeiler des christlichen Lebens aufmerksam gemacht: die Verbundenheit mit Jesus Christus, das freimütige Gespräch mit ihm und das „Überzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht“, wie es im Hebräerbrief heißt.

Papst Benedikt nannte die Entschlossenheit des heiligen Thomas in der Nachfolge Jesu (vgl. Joh 11,16) „wirklich beispielhaft“, da sie von einer „totalen Verfügbarkeit in der Treue zu Jesus“ zeuge, die bis zur buchstäblichen Hingabe des Lebens gehe. „Tatsächlich“, so stellte Benedikt XVI. fest: „Das Wichtigste ist es, sich nie von Jesus zu trennen.“ Das christliche Leben bestehe in einer tiefen Einheit mit Jesus – „zusammen sterben, zusammen leben, in seinem Herzen sein, wie er in unserem ist“.

Die Frage des heiligen Thomas nach der ewigen Wohnstätte Jesu veranlasste den Bischof von Rom, auf das „Recht“ jedes Christen hinzuweisen, „Jesus um Erklärungen zu bitten.“ Der Heilige Vater rief die Anwesenden dazu auf, offen mit Jesus Christus zu sprechen und ihm auch zu verstehen zu geben: „Ich verstehe dich nicht! Herr, höre mich an, hilf mir zu begreifen!“ Das sei die „wahre Art des Betens“, die die „Kleinheit unserer Verstehensfähigkeit zum Ausdruck“ bringe und zugleich die vertrauensvolle Haltung desjenigen offenbare, „der sich Licht und Kraft von dem erwartet, der sie zu schenken vermag“.

Mit dem „wunderbarsten Glaubensbekenntnis des ganzen Neuen Testaments“ – „Mein Herr und mein Gott!“ (Joh 20,28) – ermuntere der heilige Thomas bis in die heutigen Tage, den Glauben an Gott in seiner ganzen Tiefe zu begreifen: als „Feststehen in dem, was man erhofft, Überzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht“ (Heb 11,1).

Diese Worte des Apostels Paulus hätten für uns „aus wenigstens drei Gründen“ große Bedeutung: „Erstens, weil er uns in unseren Unsicherheiten tröstet; zweitens, weil er uns zeigt, dass jeder Zweifel zu einem lichtreichen Ergebnis jenseits jeglicher Unsicherheit führen kann, und schließlich, weil die Worte, die Jesus an ihn richtet, uns an den wahren Sinn des reifen Glaubens erinnern und uns dazu ermutigen, trotz aller Schwierigkeiten auf unserem Weg der Treue zu ihm fortzuschreiten.“