"Das Wirken von Frauen in der Kirche sichtbarer machen"

Statement von Bischof Dr. Franz-Josef Bode

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 417 klicks

Bischof Dr. Franz-Josef Bode, Vorsitzender der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, erklärte im Pressegespräch zur Vorstellung der Dokumentation „Das Zusammenwirken von Frauen und Männern im Dienst und Leben der Kirche.“ am 26. September 2013 im Rahmen der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda, dass die Kirche sich verpflichte „das Wirken von Frauen in der Kirche sichtbarer zu machen und den Einsatz von Frauen in kirchlichen Leitungspositionen deutlich zu verstärken. Damit haben die deutschen Bischöfe ein zentrales Anliegen des Gesprächsprozesses aufgegriffen.“

Das Buch „Als FRAU und Mann schuf er sie“ enthält Vorträge und Statements, die während eines Studientags der DBK am 20. Februar 2013 während der Frühjahrs-Vollversammlung in Trier gehalten wurden, die unter den Thema „Das Zusammenwirken von Frauen und Männern im Dienst und Leben der Kirche“ stattfand.

Bischof Bode betonte die hohe Anzahl von Autorinnen, die in die Publikation des Buches eingebunden wurden. „Dieses Buches spiegelt etwas von der Vielfalt wieder, wie und wo Frauen heute Verantwortung in der Kirche wahrnehmen“, so Bischof Bode.

Immer mehr Frauen engagierten sich hauptberuflich oder ehrenamtlich in der Kirche. Sie bekleideten Leitungsaufgaben in den Generalvikariaten und Ordinariaten, in den verschiedenen Einrichtungen, Verbänden und Räten der Kirche. Dennoch werde auch durch die aktuellen, im Buch veröffentlichten Zahlen deutlich: „Frauen sind in den Leitungsfunktionen, die allen Getauften und Gefirmten offenstehen, noch immer deutlich unterrepräsentiert.“

Für Bischof Bode ist die stärkere Einbindung von in verantwortungsvollen Positionen eine Frage der Gerechtigkeit: „Es ist auch eine Frage der Gerechtigkeit, Frauen noch viel mehr, als es bereits der Fall ist, an Leitungsaufgaben der Kirche zu beteiligen. Wir haben noch längst nicht alle Chancen genutzt, die durch das Zweite Vatikanische Konzil neu eröffnet wurden, Leitung in der Kirche als eine vielgestaltige Aufgabe zu sehen, die nur im Zusammenspiel der verschiedenen Verantwortungsträger –Klerus und Laien, Frauen und Männer –gelingen kann.“

Die Publikation „Als FRAU und Mann schuf er sie“ liefert dazu „die theologischen Grundlagen und die pastoralen Räume“. Walter Kardinal Kasper setze sich, so Bischof Bode, mit den „theologischen Grundlagen des Zusammenwirkens von Frauen und Männern“ auseinander. Ordinariatsdirektorin Dr. Gabriele Rüttiger analysiert die Erfahrungen von Frauen in kirchlichen Leitungspositionen und „benennt hilfreiche Rahmenbedingungen, um vermehrt Frauen für Leitungsaufgaben in der Kirche zu gewinnen.“ Professor Sr. Dr. Margareta Gruber OSF hingegen „deutet das gewandelte Selbstverständnis junger Frauen in Gesellschaft und Kirche als ein Zeichen der Zeit und eröffnet aus bibeltheologischer Sicht Perspektiven zum zukünftigen Handeln der Kirche.“

Neben den Vorträgen sind in der Publikation auch die Diskussionsbeiträge der Referenten enthalten, die im Anschluss an die Vorträge erfolgten. Im einzelnen wurden sechs Themen vertiefend behandelt:

1. Frauen im Ehrenamt–Erfahrungen aus den Verbänden und Pfarreien

2. Personalentwicklungsstrategien für Gemeinde-und Pastoralreferentinnen

3.Frauen in Führungspositionen–Perspektiven für Pastoral, Bildung, Caritas und Verwaltung

4.Berufsperspektiven für Theologinnen an den Hochschulen

5. Der Beitrag der Frauen-und Männerseelsorge zum Zusammenwirken von Frauen und Männern im Dienst und Leben der Kirche

6. Frauen und Öffentlichkeitsarbeit der Kirche.

Den Schlussteil bildet „die Predigt von Kardinal Karl Lehmann bei der Eucharistiefeier am Morgen des Studientages sowie die abschließende Erklärung der deutschen Bischöfe. Die im Anhang zusammengestellten Dokumente geben weitere Anregungen, das Zusammenwirken von Frauen und Männern in der Kirche zu stärken.“

Bischof Bode erklärte abschließend: „Von der Veröffentlichung erhoffe ich mir, dass die Diskussion zu den in diesem Buch angeschnittenen Themen und Optionen in Verbänden und Pfarreien und auf allen Ebenen kirchlichen Lebens weitergeführt wird. Ich wünsche mir das, was Papst Franziskus in seinem bereits berühmt gewordenen Interview mit seinem Ordensbruder Antonio Spadaro in der vergangenen Woche angemahnt hat: ‚Die Kirche kann nicht sie selbst sein ohne Frauen und deren Rolle. Die Frau ist für die Kirche unabdingbar. Maria – eine Frau – ist wichtiger als die Bischöfe. Ich sage das, denn man darf Funktion und Würde nicht verwechseln. Man muss daher die Vorstellung der Frau in der Kirche vertiefen. Man muss noch mehr über eine gründliche Theologie der Frau arbeiten. Nur wenn man diesen Weg geht, kann man besser über die Funktion der Frau im Inneren der Kirche nachdenken. Der weibliche Genius ist nötig an den Stellen, wo wichtige Entscheidungen getroffen werden. Die Herausforderung heute ist: reflektieren über den spezifischen Platz der Frau gerade auch dort, wo in den verschiedenen Bereichen der Kirche Autorität ausgeübt wird.‘“