Das Wort Gottes entgegennehmen

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 368 klicks

In seiner Predigt während der Messe in Santa Marta am heutigen Morgen sagte Papst Franziskus, so wie ein Gläubiger den Glauben aufgrund seiner Leidenschaften und Eitelkeiten verlieren könne, könne ein Heide durch Demut gläubig werden. Die Überlegungen des Papstes beziehen sich auf das heutige Evangelium (Mk 7,24-30). Der Pontifex sagte, die Frau in der Lesung habe sich nicht geschämt, und aufgrund ihres Glaubens habe Jesus für sie ein Wunder geschehen lassen.

„Sie hat sich dem Risiko ausgesetzt, eine schlechte Figur abzugeben, hat sich davon aber nicht abschrecken lassen, und vom Heidentum und der Götzenanbetung ausgehend, hat sie Gesundheit für ihre Tochter gefunden, und ihretwegen ist sie dem lebendigen Gott begegnet. Das ist der Weg eines Menschen mit einem guten Willen, der Gott sucht und findet. Der Herr segne sie. Wie viele Menschen gehen diesen Weg, und der Herr wartet auf sie. Aber es ist der Heilige Geist selbst, der sie dabei antreibt, diesen Weg zu gehen. Jeden Tag gibt es in der Kirche des Herrn Menschen, die diesen Weg gehen, im Stillen, den Herrn zu finden, denn sie lassen sich vom Heiligen Geist antreiben.“

Anschließend ging Papst Franziskus auf die erste Lesung des heutigen Tages ein (1 Kön 11,4-13), in der sich Salomon den heidnischen Konkubinen hingibt.

„Sein Herz wurde schwach, es wurde schwach, und er verlor den Glauben. Er hat den Glauben verloren. Der weiseste Mann der Welt hat sich von einer indiskreten Liebe vorantreiben lassen, ohne Diskretion; er hat sich von seinen Leidenschaften vorantreiben lassen. ‚Aber Heiliger Vater, Salomon hat nicht den Glauben verloren, er glaubte an Gott und war in der Lage, die Bibel zu zitieren!‘ Ja, es stimmt, aber gläubig zu sein heißt nicht, das Glaubensbekenntnis aufsagen zu können. Du kannst auch das Glaubensbekenntnis sagen und den Glauben verloren haben.“

Salomon sei wie sein Vater David ein Sünder gewesen und sei überdies durch Götzenanbetung verdorben geworden. Papst Franziskus sagte, man verliere den Glauben im Herzen.

„Der schlechte Same der Leidenschaften ist im Herzen von Salomon gewachsen und hat ihn zur Götzenanbetung geführt. Und nach der ersten Lesung haben wir diesen guten Rat gehört: ‚Empfangt das Wort mit Fügsamkeit‘ – fügsam – ‚das Wort ist in euch gepflanzt worden und kann euch zur Erlösung führen.‘ Gehen wir den Weg der Frau aus Kanaan, dieser Heidin, indem wir das Wort Gottes entgegennehmen, das in uns gepflanzt wurde und das uns zur Erlösung führt. Möge uns das mächtige Wort Gottes auf diesem Weg schützen und nicht erlauben, dass wir in der Korruption enden, die uns zur Götzenanbetung führt.“