„Das Wort Gottes in der Liturgie“

Studientag im Vatikan zur Liturgie

| 1217 klicks

ROM, 28. November 2008 (ZENIT.org).- Auch mit Blick auf die jüngste Generalversammlung der Bischofssynode über das Wort Gottes im Leben und in der Sendung der Kirche befasst sich die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung anlässlich des Jahrestages der Konstitution des II. Vatikanischen Konzils über die Liturgie Sacrosanctum Concilium (4.12.1963) mit dem Thema „Das Wort Gottes in der Liturgie“.



Die Tagung, die heute, Samstag, stattfindet, wurde mit einem Vortrag von Kardinal Albert Vanhoye eröffnet. Er referierte über die liturgische Hermeneutik des Wortes Gottes. Die Synodenväter hatten bekräftigt, dass die Liturgie der privilegierte Ort sei, an dem das Wort Gottes in seiner Fülle zum Ausdruck komme.

In einem Interview mit dem italienischsprachigen „Radio Vatikan“ äußerte sich der Präfekt der Kongregation, Kardinal Francis Arinze, zu den praktischen Folgen dieser Feststellung.

Für Kardinal Arinze ist es wesentlich, dass das Wort Gottes während des Gottesdienstes gut verkündet wird. Dies gelte besonders für die Heilige Messe. Der Lektor müsse sich deshalb gut vorbereiten. Auf Ambo und Akustik seien müssten ebenfalls Wert gelegt werden. Der Lektor sollte so lesen, dass ihm das Volk folgen könne. Im Mittelpunkt müsse immer das Wort Gottes selbst stehen. Das Volk müsse dieses Wort vernehmen können, es meditieren und annehmen. Außerdem sollten die Texte nicht nur während der Messe gehört werden; zu Hause sollte es eine Vor- und Nachbereitung geben.

Hinsichtlich der Beziehung zwischen Liturgie und Wort gelte es, einige Korrekturen vorzunehmen: Statt losen Blättern sollen Lektionare benutzt werden; des Weiteren müsse vermieden werden, dass Texte zur Verlesung kämen, die nicht der Heiligen Schrift entstammen. Dies gelte auch im Fall von Heiligentexten, die nicht vom Papst approbiert worden sind. Dies sei wichtig, da die Liturgie und damit auch das Stundengebet kein privates Gebet sei, sondern das Gebet der ganzen Kirche.

Zur Forderung der Synodenväter nach einem „Predigt-Direktorium“ erklärte Kardinal Arinze, dass die Synodenväter der Predigt und ihrer Qualität großen Wert beigemessen hätten. So sei es zur Forderung nach einem Kompendium thematischer Predigten gekommen, damit im Dreijahreszyklus des Kirchenjahres keine Grundwahrheit der katholischen Lehre vernachlässigt werde. Praktisch handle es sich um die vier Teile des Katechismus.

Das Evangelium müsse „ohne Rabatt“, also ohne Vernachlässigung bestimmter Inhalte verkündet werden, bekräftigte der Kurienkardinal. Einige Synodenteilnehmer hätten in diesem Zusammenhang auch um genaue, die Qualität der „idealen Predigt“ betreffende Anweisungen für Prediger gebeten – eine Aufgabe, die in den Priesterseminaren zu realisieren sei. Dass die Bischöfe die Synode darum gebeten hätten bedeute, dass ihnen dieses Thema sehr am Herz liege.