"Das Wort Gottes und die Eucharistie erfüllen uns stets mit Freude"

Die Worte des Papstes beim Regina Caeli

Vatikanstadt, (ZENIT.org) | 449 klicks

Nach der Feier der Hl. Messe für die polnische Gemeinde von Rom in der Kirche zum hl. Stanislaus kehrte der Heilige Vater Franziskus in den Vatikan zurück. Dort zeigte er sich am Fenster seines Arbeitszimmers, um mit den auf dem Petersplatz versammelten Gläubigen und Pilgern wie gewohnt das sonntägliche Regina Caeli zu beten.

Zur Einführung in das österliche Mariengebet sprach der Papst die folgenden Worte, die wir hier in einer eigenen Übersetzung dokumentieren.

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[Vor dem Regina Caeli]

Liebe Brüder und Schwestern!

Das Evangeliums des heutigen dritten Sonntags der Osterzeit handelt von den Jüngern von Emmaus (vgl. Lk 24,13-35). Diese waren zwei Jünger Jesu, die nach seinem Tod und Pessach Jerusalem verließen und sich traurig und niedergeschlagen auf den Weg in ihr Dorf Emmaus machten. Während sie gingen, erschien ihnen der auferstandene Jesus, den sie jedoch nicht erkannten. Als er sie so traurig sah, erklärte er ihnen zunächst, dass die Passion und der Tod des Messias im Plan Gottes enthalten und von der Heiligen Schrift angekündigt worden waren. Auf diese Weise entzündete er erneut einen Funken Hoffnung in ihren Herzen.

Infolgedessen verspürten die beiden Jünger eine außerordentliche Anziehung für jenen geheimnisvollen Mann und luden zu sich nachhause ein. Jesus willigte ein und betrat mit ihnen gemeinsam ihr Haus. Als er beim Abendmahl das Brot segnete und brach, erkannten sie ihn, doch er verschwand vor ihren Augen und ließ sie voller Erstaunen zurück.  Nachdem sie von dem Wort erleuchtet worden waren, hatten sie Jesus am Brotbrechen erkannt, am neuen Zeichen seiner Gegenwart. Sofort eilten sie nach Jerusalem zurück, um den anderen Jüngern von ihrer Begegnung mit dem lebendigen Jesus zu berichten, den sie am Zeichen des Brotbrechens wiedererkannt hatten.

Der Weg nach Emmaus wird so zum Symbol für unseren Weg des Glaubens: die Heilige Schrift und die Eucharistiefeier sind unabdingbare Elemente für die Begegnung mit dem Herrn. Auch wir tragen oft unsere Sorgen, unseren Schwierigkeiten und Enttäuschungen zur Sonntagsmesse. Manchmal fügt uns das Leben Wunden zu und wir begeben uns traurig in unser „Emmaus“ und wenden uns vom Plan Gottes ab. Wir entfernen uns von Gott. Doch wir werden vom Wortgottesdienst aufgenommen: Jesus erläutert uns die Heilige Schrift und entzündet die Wärme des Glaubens und der Hoffnung in unseren Herzen. In der Gemeinschaft gibt er uns Kraft. Das Wort Gottes, die Eucharistie. Die tägliche Lektüre eines Textes aus dem Evangelium. Vergesst niemals darauf, jeden Tag einen Text aus dem Evangelium zu lesen, am Sonntag zur Kommunion zu gehen, um Jesus zu empfangen. Genau so verhielt es sich mit den Jüngern von Emmaus: Sie nahmen das Wort auf, teilten das gebrochene Brot und ihre Trauer und Niedergeschlagenheit verwandelte sich in Freude. Liebe Brüder und Schwestern, das Wort Gottes und die Eucharistie erfüllen uns stets mit Freude. Bewahrt dies gut im Gedächtnis! Wenn du traurig bist, nimm das Wort Gottes an. Wenn du dich schlecht fühlst; nimm das Wort Gottes an, besuche die Sonntagsmesse und empfange die hl. Kommunion, um am Geheimnis Jesu teilzuhaben. Das Wort Gottes und die Eucharistie erfüllen uns mit Freude.

Auf die Fürsprache der hl. Jungfrau Maria hin bitten wir darum, dass jeder Christ die Erfahrung der Jünger von Emmaus neu erleben möge. Besonders bei der Sonntagsmesse soll die Gnade der verwandelnden Begegnung mit dem Herrn, dem auferstandenen Herrn, der stets bei uns ist, wiederentdeckt werden. Nach unseren Entgleisungen verleiht uns das Wort Gottes stets Orientierung; unsere Müdigkeit und Enttäuschung wird stets mit einem Brotstück überwunden, das uns unseren Weg fortsetzen lässt.

[Nach dem Regina Caeli]

Liebe Brüder und Schwestern!

Ich möchte euch dazu einladen, der Gottesmutter die Lage in der Ukraine anzuvertrauen, wo die Spannungen weiterhin anhalten. Die Situation ist schwerwiegend. Gemeinsam mit euch bete ich für die Opfer dieser Tage und bitte darum, dass der Herr in eure Herzen Gefühle der Versöhnlichkeit und Brüderlichkeit pflanze.

Lasst uns auch für die Opfer des enormen Erdrutsches in einem Dorf in Afghanistan beten. Möge der Allmächtige, der euer aller Namen kennt, alle Menschen in seinen Frieden aufnehmen und den Überlebenden durch die Unterstützung derer, die sich um eine Linderung ihres Leidens bemühen, die Kraft für die Fortsetzung ihres Weges verleihen.

Liebe Brüder und Schwestern!

Heute begehen wir den nationalen Tag der katholischen Universität zum Heiligen Herzen, der im Zeichen des Themas „Mit den jungen Menschen, den Protagonisten der Zukunft“ steht. Das ist ein schönes Thema! Wie viele junge Menschen sind heute hier? Ihr seid die Protagonisten der Zukunft! Ihr seid in die Zukunft, in die Geschichte eingetreten. Das ist das heutige Thema. Ich bete für diese große Universität. Möge sie ihrer ursprünglichen und für die gegenwärtige Welt aktualisierten Mission treu bleiben. So Gott will, werde ich mich bald die Fakultäten für Medizin und Chirurgie und des seit nunmehr 50 Jahren bestehenden und der Universität vom Heiligen Herzen angeschlossenen Poliklinikums „Gemelli“ hier in Rom besuchen.

Ich begrüße euch alle, ihr lieben Pilger und Gläubigen aus Rom! Mein besonderer Gruß gilt den Gläubigen der Diözese Parma unter der Leitung des Bischofs Enrico Salmi mit zahlreichen jungen Menschen, die eine Wanderung unter dem Motto „Konzil der jungen Menschen“ unternehmen. So ein schöner Name! Vorwärts! Alles Gute für die Wanderung!

Herzlich willkommen heiße ich die Vereinigung „Meter“, die sich seit beinahe 20 Jahren einem Kampf gegen jede Form des Missbrauchs an Minderjährigen widmet. Danke für euren Einsatz! Ebenso begrüße ich die Teilnehmer am Marsch für das Leben, der in diesem Jahr einen internationalen und ökumenischen Charakter hat. „Meter“ und den Teilnehmern am Marsch für das Leben wünsche ich alles Gute, und gute Fortschritte bei ihrer Arbeit!

Ich begrüße die Vereinigungen „Relais Sourds“ aus Lyon, „Il portico“ aus Padua und „Jardin de los niños“ aus Argentinien; die Suore Maestre aus Santa Dorotea, die Gläubigen Melchiten aus Australien und Alcorcón in Spanien; die jungen Menschen aus Rybnik in Polen, die dem Seligen Piergiorgio Frassati nachfolgen; den Chor und die Musikkapelle aus Lenola, die Chöre der Diözese Udine und die Vereinigungen der italienischen Camper.

Ich danke den zahlreichen Gruppen von Pfarrgemeinden und jungen Menschen für ihre Anwesenheit!

Euch allen wünsche ich einen schönen Sonntag. Gesegnete Mahlzeit und auf Wiedersehen!