Das Wunder zur Seligsprechung von Kardinal Newman

Vorbereitungen im Oratorium von Birmingham

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BIRMINGHAM, 6. Juli 2009 (ZENIT.org).- Nach der offiziellen Bestätigung eines Wunders auf die Fürsprache von Kardinal John Henry Newman bereiten sich die Mitglieder des Oratoriums in Birmingham, Großbritannien, nun auf die baldige Seligsprechung des berühmten Theologen und Konvertiten vor.



Papst Benedikt XVI. unterzeichnete das Wunderdekret am vergangenen Freitag (3. Juli). In einer Aussendung der Bischofskonferenz von England und Wales wurde daraufhin bekanntgegeben, dass der Seligsprechung von Kardinal Newman nichts mehr im Weg stehe. Ein genauer Termin liegt noch nicht vor.

Bei dem Wunder, das für die Seligsprechung Voraussetzung war, handelt es sich um eine wissenschaftlich nicht zu erklärende Heilung, die im Jahr 2001 bei Diakon Jack Sullivan auftrat. Der heute 70-Jährige, der in der Nähe von Boston (US-Bundesstaat Massachusetts) lebt, hatte aufgrund von akuten Rückenbeschwerden das Studium abbrechen müssen. Außerdem musste er mit dem Risiko einer Lähmung rechnen. Um sich von dieser Diagnose, seinen Schmerzen und seiner Verzweiflung abzulenken, drehte er zu Hause den Fernseher an. Es lief gerade eine Sendung über das Leben von Kardinal Newman. Die Dokumentation endete mit der Aufforderung, sich an die Postulatur für sein Selig- und Heiligsprechungsverfahren zu wenden, sollte man auf seine Fürsprache hin einen besonderen Gunsterweis erhalten. Daraufhin betete Sullivan ein kurzes Gebet – und am nächsten Morgen waren seine Schmerzen verschwunden! So war es ihm möglich, die Studien wiederaufzunehmen. Aber nach acht Monaten, im April 2001, kehrten die Schmerzen zurück. Erneut betete Sullivan auf die Fürsprache von Kardinal Newman, und als die Schmerzen wieder verschwanden – diesmal vollständig –, bestätigten die Ärzte, dass es für diese prompte Genesung keine menschliche Erklärung gebe.

Sullivan, der im September 2002 zum Ständigen Diakon geweiht wurde, blickt dankbar auf seine wunderbare Heilung zurück und freut sich auf die baldige Seligsprechung. Die Nachricht von den jüngsten Fortschritten diesbezüglich erfüllt ihn „mit einer tiefen Dankbarkeit gegenüber Gott, dem Allmächtigen“, und gegenüber seinen Fürsprecher Kardinal John Henry Newman. Sein Leben als Diakon verstehe er als ein Loblied auf den Kardinal, der ihn auch jetzt noch in all seinen Bemühungen leite.

In Rom brachte P. Edoardo Cerrato, Generalprokurator des Oratoriums, seine Freude über die baldige Seligsprechung zum Ausdruck: „Im Namen der 82 Häuser des Oratoriums des heiligen Philipp Neri, Newmans eigener Kongregation, begrüße ich mit großer Freude diese Entscheidung.“

„Die Gebete von Gläubigen auf der ganzen Welt sind erhört worden“, so P. Paul Chavasse, Präpositus des Birminghamer Oratoriums, der Gemeinschaft von Kardinal Newman. Es sei ein Zeichen der göttlichen Vorsehung, dass die Seligsprechung dieses großen englischen Theologen in das Pontifikat Benedikts XVI. falle. Der Papst, selbst ein führender Theologe, sei von Kardinal Newman nachhaltig beeinflusst worden.

Den Titel „verehrungswürdiger Diener Gottes“ hatte Papst Johannes Paul II. Kardinal Newman im Jahr 1991 verliehen.

[Nähere Informationen zur Seligsprechung von Kardinal Newman: www.newmancause.co.uk]