Dem gemeinsamen Ehe-Ideal nachspüren

Impuls zur Nazaret-Aktion der Berufungspastoral der Erzdiözese Wien

| 2431 klicks

ROM, 10. September 2009 (ZENIT.org).- Über den gemeisamen Weg zur Heiligkeit nachzudenken und ihn abzustecken, dazu möchten die folgenden Gedanken allen Ehepaaren Mut machen. Sie sind einer Betrachtung der Schönstatt-Bewegung zur Initiative Nazaret-Gebet 2009 der Berufungspastoral der Erzdiözese Wien entnommen unde möchten insbesondere jene Eltern inspirieren, die im Rahmen dieser Iniatiative täglich den „Angelus“ für die Berufung ihrer Kinder beten.

* * *

„Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie.“ (Gen 1,27)

Betrachtung
Was ist der letzte Grund, warum Gott mich geschaffen hat? Aber nicht nur ich selber strebe nach einem Ideal, wir können das auch als Ehepaar tun. Als Mann und Frau sind wir Abbild Gottes – und wir fragen: Wofür gibt es uns? Wir überlegen, ob es Wahrheiten und Werte gibt, die uns beiden wertvoll sind. Wir machen das Gleiche wie bei der Suche des persönlichen Ideals, nur machen wir es gemeinsam.

Was spricht uns an?
Wir fragen: Welche Worte der Heiligen Schrift sind uns wertvoll, welche Bilder und Symbole sind uns wichtig? Wer sind wir, was sind wir? Welche Gaben des Heiligen Geistes wünschen wir uns für uns beide? Oder wir fragen: Welche Erlebnisse haben uns besonders geprägt? Was ist uns besonders schwer gefallen? Oder: Wo haben wir eine besonders große Freude erlebt? Haben wir ein Lied, das wir gemeinsam lieben?
Auch hier gilt: Das Ideal wächst. Es ist also wichtig, dass wir einfach offen bleiben und sagen: Das Ideal wächst, weil wir wachsen.

Streben nach dem Ideal
Das ist eine Methode, wie sie Pater Kentenich entwickelt hat. Wir streben nach Heiligkeit, indem wir nach dem persönlichen Ideal streben. Und wir streben nach Heiligkeit, indem wir als Ehepaar nach unserem Ehe-Ideal streben. In beiden Fällen sammeln wir Werte, die uns kostbar sind. Wir schreiben uns vielleicht ein Gebet auf, in dem all das vorkommt, was wir ersehnen, wir persönlich und als Ehepaar. Und wir suchen ein Wort, aber auch hier bleiben wir beweglich. Dieses Wort kann sich ändern, ebenso der Wert, der sich mit dem Wort verbindet.
Und es kann sehr gut sein, dass wir unser Ehe-Ideal suchen und dabei unser persönliches Ideal neu entdecken. Das heißt, dass das Gespräch mit dem Partner über das gemeinsame Ideal uns erst eigentlich zeigt, wer wir sind.

Gebet
Vater im Himmel, du hast einen guten Plan für unser Leben. Du hast uns als Ehepaar zusammengeführt – und du hast auch einen guten Plan für unser gemeinsames Leben. Du brauchst uns für dein Reich.
Wir bitten dich: Schenke uns deinen Blick. Wir möchten immer tiefer erkennen, was der Sinn unserer Ehe ist; wie du unsere Beziehung gedacht hast. Führe uns zu unserem Ideal – und dadurch zueinander und zu dir.

Leitgedanke für die Woche
Ich spüre nach: Wie hat sich Gott unsere Ehe gedacht? Und ich tausche mich mit meinem Partner darüber aus.

(nach: „Als Ehepaar heilig werden“, Tilmann Beller)