Dem Teufel genüber wachsam sein

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 653 klicks

In der Predigt der heutigen Messe in Santa Marta unterstrich der Papst, dass man dem Sieg Jesu über das Schlechte nicht „zur Hälfte“ nachfolgen könne. Man dürfe die Wahrheit im Kampf gegen den Teufel nicht verwischen oder relativieren. Er bezog sich in seinen Ausführungen auf das heutige Evangelium nach Lukas (Lk 11,14-26), dass zeige, dass Jesus heute häufig auf einen „Heiler“ reduziert werde, den man nicht allzu ernst nehmen müsse.

„Es gibt einige Priester, die sagen, wenn sie dieses Textstück aus dem Evangelium lesen: ‚Jesus hat jemanden von einer psychischen Krankheit geheilt.‘ Es stimmt, dass man in jener Zeit Epilepsie mit einer Besessenheit vom Teufel verwechselte; aber es stimmt auch, dass es den Teufel gab! Und wir haben nicht das Recht die Sache zu vereinfachen, als ob wir sagen würden: ‚Nein! Der Teufel erscheint auf der ersten Seite der Bibel und endet auf der letzten Seite der Bibel mit dem Sieg Gottes über den Teufel!“

Aus diesem Grund dürfe man nicht leichtgläubig sein. Der Pontifex sagte, der Herr habe einige Kriterien gegebenen, die dabei helfen würden, das Schlechte zu erkennen und der Versuchung auf einem christlichen Weg zu wiederstehen. Eines dieser Kriterien sei, Jesus nicht nur zur Hälfte auf dem Weg zum Sieg über das Schlechte zu begleiten. Es gebe dazu keine Alternative. Das Schlechte müsse immer überwacht werden, von jedem Einzelnen.

„Wir können uns die Frage stellen: Bin ich wachsam über mich selbst, mein Herz, meine Gedanken, meine Gefühle? Bewahre ich den Schatz der Gnade? Bewahre ich die Anwesenheit des Heiligen Geistes in mir? Oder lasse ich mich gehen und glaube daran, dass es schon gut gehen wird? Aber wenn du nicht achtgibst, dann kommt derjenige, der stärker ist als du. Aber wenn jemand kommt, der noch stärker ist als er, und er besiegt ihn, dann reißt er ihm die Waffen weg. Die Wachsamkeit! Drei Kriterien. Nicht die Wahrheit durcheinanderbringen. Jesus kämpft gegen den Teufel: erstes Kriterium. Zweites Kriterium: Wer nicht mit Jesus ist, ist gegen ihn. Es gibt keine halben Sachen. Drittes Kriterium: die Überwachung unseres Herzens, denn der Teufel ist listig. Er ist nie ganz weg! Nur am letzten Tag wird er es sein!“

Wenn der Teufel den Menschen verlassen habe, finde er nur Wüste vor und wolle in „sein Haus“ zurückkehren. Wenn er dies aber gesäubert und geordnet vorfinde, ziehe er aus, um weitere „sieben schlimmere Geister als ihn selbst“ zu suchen, und nehme es wieder Besitz. So sei der Mensch in einer schlimmeren Situation als vorher.

„Die Überwachung, weil seine Strategie diese ist: Du bist zum Christ geworden, geh in deinem Glauben weiter, ich lasse dich in Ruhe. Aber wenn du dich daran gewöhnt hast und du nicht wachsam bist, dich sicher fühlst, komme ich zurück. Das heutige Evangelium beginnt mit dem vertriebenen Teufel und endet mit dem wiederkehrenden Teufel. Der heilige Petrus hat es gesagt: Er ist wie ein wilder Löwe, der umherschleicht und einkreist. So ist es. ‚Aber Pater, Sie sind ein bisschen antik, Sie erschrecken uns mit solchen Dingen…‘ Nein, nicht ich! Es ist das Evangelium! Und das sind keine Lügen: das ist das Wort Gottes! Bitten wir den Herrn um die Gnade, diese Dinge ernst zu nehmen. Er ist gekommen, um für unsere Rettung zu kämpfen. Er hat den Teufel besiegt! Bitte, machen wir keine Geschäfte mit dem Teufel! Er versucht, nach Hause zurückzukehren, uns in Besitz zu nehmen… Nicht relativieren, wachsam sein! Und dies immer mit Jesus!“