Demütigung des kongolesischen Volks erreicht den Höhepunkt

Appell der Bischöfe für eine gerechte Verteilung der Ressourcen

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KINSHASA, Kongo, 29. November 2012 (ZENIT.org). - Bernard Kasanda, Bischof von Mbuji-Mayi in der Demokratischen Republik Kongo, äußerte größte Besorgnis. Es sei unmöglich, sich ein Bild von der Größenordnung der Katastrophe zu machen, die sich im östlichen Kongo zutrage, wo die Rebellen des M23 vor einer Woche die Stadt Goma eingenommen haben. „Menschenwürde wird mit den Füßen getreten, und die Demütigung des kongolesischen Volks hat ihren Höhepunkt erreicht“, so die Worte des Bischofs.

Der kongolesische Prälat sprach mit „Kirche in Not“ über den neuen Gewaltausbruch in seinem Land und die Rolle, die das Ausland dabei spiele. Er sparte auch nicht mit Kritik an den Vereinten Nationen, obwohl diese am vergangenen 21. November einen Bericht veröffentlicht hatten, in dem sie Rwanda und Uganda beschuldigten, die M23 zu unterstützen, was die Regierungen beider Länder energisch bestreiten.

Wieder verursache die Gewalt „eine große humanitäre Tragödie“, beklagten vorige Woche eine Gruppe afrikanischer Bischöfe, die aus 34 Ländern in Kinshasa zusammengekommen waren, um über die Rolle der Caritas im afrikanischen Kontinent zu sprechen. Am 22. November veröffentlichten die Bischöfe eine Erklärung, in der sie sich dahingehend äußerten, dass die territoriale Integrität des Kongo „von allen geachtet und verteidigt“ werden müsse.

„Wir sind uns der Rolle bewusst, die der Reichtum an natürlichen Rohstoffen dieses Landes in diesem Konflikt spielt; deshalb fordern wir eine faire, gerechte und durchsichtige Nutzung der natürlichen Rohstoffe und Verteilung der dabei entstehenden Profite, damit alle davon Nutzen ziehen können“, so der Text der Erklärung.

Die schriftliche Stellungnahme der afrikanischen Bischöfe zum Kongo-Konflikt endet mit einem Appell: „In Kommunion mit den Bischöfen des Kongo, die sich schon oft zur Lage ihres Landes geäußert haben, appellieren wir an die Vereinten Nationen, an die Afrikanische Union, an die Europäische Union, an die Regierung der Demokratischen Republik Kongo und an die Regierungen aller Länder, die in diesem Krieg irgendeine Rolle spielen, und auch an die multinationalen Gesellschaften, die auf dem Gebiet der Rohstoffgewinnung arbeiten. Mögen sie sich ein für alle Mal mit den Ursachen dieser wiederkehrenden Gewaltausbrüche auseinandersetzen und einen echten Dialog und ehrliche Begegnung fördern, um so bald wie möglich eine Lösung zu finden, die dem Leiden der Bevölkerung des östlichen Kongo ein Ende bereiten kann, damit die Menschen nicht mehr länger in Verzweiflung und Gewalt getrieben werden. Auch sollten die Verantwortlichen der vielen Gewalttaten und Zerstörungen so bald wie möglich vor Gericht gestellt werden.“

[Übersetzung des englischen Originals von Alexander Wagensommer]