Den direkten Weg zu Christus gehen

Predigt von Papst Franziskus während der gestrigen Messe im Gästehaus "Domus Sanctae Marthae"

Vatikanstadt, (ZENIT.org) Salvatore Cernuzio | 679 klicks

Die von Papst Franziskus zelebrierte morgendliche Messe in der Kapelle des päpstlichen Gästehauses hat sich gleich der Generalaudienz oder des sonntägliche Angelus-Gebetes zu einem Fixpunkt entwickelt. Gläubige aus aller Welt sind jeden Morgen gespannt darauf, jene Perlen der Weisheit und Spiritualität zu empfangen, die der Heilige Vater täglich in kurzen, aber wirkungsvollen Predigten spendet.

Jeden Morgen behandelt der Papst ein anderes Thema. Ausgehend von der Liturgie des Tages wirft er Licht auf jene Aspekte, die zu unserer Abwendung von Gott führen: Reichtum, Eitelkeit, unser Urteil über andere, unser Vertrauen auf Zauberei und Schwindel. Ebenso spricht er jedoch auch über die Wege, die zu Gott, und daher zum vollkommenen Glück führen: Bescheidenheit, Friede, die Liebe zu Gott und zum Nächsten, Gebet und Gehorsam.

Der zuletzt genannte Punkt stand im Zentrum der von Papst Franziskus im Rahmen der Messe vom 11. April 2013 gehaltenen Predigt, bei der einige Angestellte des „Osservatore Romano“ zugegen waren.

„Gott gegenüber gehorsam zu sein bedeutet, ihm zuzuhören“, betonte der Papst. Er fuhr fort: „Gehorsam bedeutet, das Herz für das Gehen des von Gott gezeigten Weges zu haben“. Dieser Weg „macht uns frei.“

Der Heilige Vater gab jedoch zu bedenken, dass die Menschen in unserem Leben trotzdem auch Dinge vernähmen, die nicht von Jesus, nicht von Gott, stammten. Aufgrund unserer Schwäche gerieten die Menschen auf einen anderen Weg, der sie nicht direkt zum Glück führe, sondern sie vor eine Entscheidung stelle: zwischen „dem, was Jesus sagt“ und „dem, was die Welt zeigt.“

Der Papst hob daraufhin hervor, dass die Menschen manchmal, wenn sie Jesus zuhörten, das ‚Gegenteil‘ vernähmen. Dies sei die Stimme des an den irdischen Dingen Hängenden. Diese Stimme werde „zornig,“ und all jene, die darauf hörten, was Jesus von ihnen verlange, „erfahren Verfolgung“. Zugleich seien aber jene, deren Leben ein Zeugnis für den Willen zum Gehorsam Gott gegenüber darstellt, sehr zahlreich. In diesem Zusammenhang nannte der Papst den Apostel Petrus, der zu den Schriftgelehrten und Pharisäern Folgendes gesagt habe: „Ich tue das, wozu Jesus mich beauftragt, und nicht, was ihr von mir erwartet“.

„Den Weg Jesu zu gehen“ ist daher die der Tagesliturgie entsprungene „Perle“. Der Heilige Vater schenkt sie seinen Zuhörern gemeinsam mit der Ermahnung, sich nicht von den „Angeboten der Sünde“ oder von den uns von Gott entfernenden Kompromissen der Welt abbringen zu lassen, die „uns nicht glücklich machen werden.“

Gott zu gehorchen, den von seinem Sohn gewiesenen Weg zu verfolgen, sei laut Franziskus jedoch ein langer und nicht immer einfacher Weg. Durch den Heilige Geist, den treuen Weggefährten, der den Gläubigen „die Kraft gibt, um weiterzugehen“, seien sie jedoch nicht alleine, so der Papst.

Jesus Christus weise den Gläubigen daher den Weg; der Herr schenke ihnen die wahre Freude, und der Heilige Geist gebe ihnen Führung. Papst Bergoglio zufolge müssen aber auch die Christen selbst einen kleinen Beitrag leisten, indem soe „mutig sind“ und sagen: „Herr, ich bin ein Sünder. Manchmal gehorche ich weltlichen Dingen, doch ich will dir gehorchen, ich will deinen Weg gehen.“

Abschließend richtete der Papst daher folgenden Aufruf an das Volk: „Beten wir zu Gott, auf dass er uns die Gnade des Mutes zuteilwerden lasse, den Mut, stets den Weg Jesu zu gehen“. Wenn es nicht gelinge, darum zu bitten, sollten die Gläubigen dem Papst zufolge zumindest um Verzeihung bitten, denn „der Herr verzeiht immer, denn er ist von großer Güte.“