Den Garten des Paradieses betritt man nicht mit den Füßen, sondern mit dem Herzen

Der heilige Bernhard von Clairvaux

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ROM, 20. August 2012 (ZENIT.org). - Bernhard von Clairvaux „gehört sicher zu den größten religiösen Gestalten des Mittelalters“, wie Papst Benedikt XVI. in der Generalaudienz vom 21. Oktober 2009 äußerte.

Bernhard von Clairvaux wurde um 1090 in Fontaine-lès-Dijon als dritter Sohn einer burgundischen Adelsfamilie geboren. Schon vor seiner Geburt kam es zu einer besonderen Begebenheit, denn Aleth, seine Mutter, träumte, unter ihrem Herzen einen Hund zu tragen. Der seltsame Traum beunruhigte sie, und Aleth wandte sich an einen Weisen. Dieser erklärte der werdenden Mutter, ihr Sohn werde ein guter Hund sein und das Haus Gottes bewachen. Er werde ein großer Prediger werden.

Nach dem Besuch der Klosterschule Kloster St-Vorles in Châtillon-sur-Seine trat Bernhard im Alter von etwas zwanzig Jahren gemeinsam mit 20 jungen Männern in das Reformkloster Cîteaux ein. Wenig später, im Jahr 1115, wurde Bernhard Abt des neugegründeten Klosters Clairvaux. Von Clairvaux aus bildeten sich 68 Töchterklöster.

Das Kloster Clairvaux wurde in der Französischen Revolution säkularisiert und ist seither ein Gefängnis. Das erste deutsche, von Bernhard von Clairvaux 1135 gegründete Kloster befindet sich in Himmerod im Salmtal.

1118 war Bernhard von Clairvaux bereits der Leiter des Zisterzienserordens. Er widmete sich insbesondere der Reformierung der Ordensregeln, wobei er insbesondere der körperlichen Arbeit großen Wert beimaß.

Bernhard, der ein großartiger Prediger und Schriftsteller war, wurde von seinen Zeitgenossen als „doctor mellifluus“ bezeichnet, eben weil seine Rede so süß wie Honig floß. Papst Benedikt XVI. erklärte dazu während der Generalaudienz am 21. Oktober 2009: „Dies bezieht sich nicht nur auf seine sprachliche Begabung, sondern vor allem auf den Inhalt seiner Werke: Sie sind ganz auf Gott ausgerichtet. Die wahre Gotteserkenntnis besteht für Bernhard nicht in einer denkerischen Leistung, sondern in der persönlichen Erfahrung der Liebe Christi.“

Bernhard, der ein großer Verehrer der Muttergottes war, gilt außerdem als der Verfasser des „Salve Regina“. Die Muttergottes soll Bernhard oft erschienen sein. Eines Nachts, während schon alle schliefen, hörte Bernhard aus der Kirche Gesang. Dem wundervollen Klang folgend, sah er Maria von Engeln umgeben das „Salve Regina“ singend.

„Bernhard hat keinen Zweifel daran, daß wir durch Maria zu Jesus geführt werden. Von ihr können wir lernen, Jesus nahe zu sein, und wir dürfen sie bitten, uns auf dem Weg mit Christus zu begleiten“, so Papst Benedikt XVI. in der Generalaudienz am 21. Oktober 2009. Und er erklärte weiter: „Der heilige Bernhard will uns lehren, eine lebendige Beziehung zu Christus durch das regelmäßige Gebet und durch die Sakramente aufzubauen. Danach sollen wir streben: Schüler des Herrn in der heiligen Wissenschaft der Gotteserkenntnis zu sein.“

Bernhard von Clairvaux starb am 20. August 1053. 1174 wurde er von Papst Alexander III. heiliggesprochen. [bd]