Den Lebensabend voller Hoffnung erwarten

Papst Franziskus besucht den Friedhof Campo Verano in Rom

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 338 klicks

Am vergangenen Freitag, an Allerheiligen, besuchte Papst Franziskus den größten städtischen Friedhof Roms, den „Campo Verano“, wo er eine Messe hielt. Mit seinem Besuch führte er eine von Johannes Paul II. vor 20 Jahren unterbrochene Tradition fort. Dieser war 1993 zum letzten Mal auf den „Campo Verano“ in das Viertel San Giovanni gekommen, um hier die Messe zu feiern; ein Ort, der nicht nur ein Friedhof ist, sondern auch einen Teil der römischen Geschichte beherbergt. Papst Franziskus wurde auf dem Hauptplatz des imposanten Friedhofs von einer großen Menge Gläubiger empfangen. Nachdem der Pontifex die Gräber gesegnet hatte, richtete er hier seine Worte an die Anwesenden und erinnerte in einem Gebet an die Flüchtlinge, die täglich ihr Leben auf der Suche nach einem besseren Leben verlieren.

„Ich möchte auch insbesondere für unsere Brüder und Schwestern beten, die in diesen Tagen auf der Suche nach Freiheit, einem würdigeren Leben gestorben sind. Wir haben die Fotos gesehen, die Grausamkeit der Wüste; wir haben das Meer mit den vielen Ertrunkenen gesehen. Beten wir für sie.“

Es sei auch ein Gebet für all diejenigen, die gerettet worden seien und sich nun in den vielen Auffanglagern befänden, wo sie auf eine Beschleunigung der rechtlichen Schritte hofften, um in besseren Bedingungen weiterleben zu können. Er sagte, Allerheiligen sei ein Tag der Hoffnung, da die Brüder und Schwestern bei Gott seien, wo alle Dank der Gnade des Herrn hinkämen. Die Hoffnung sei „wie Hefe, die die Seele weitet; es gibt schwere Momente im Leben, aber mit der Hoffnung in der Seele geht man weiter dem entgegen, was uns erwartet.“ Papst Franziskus erinnerte an die ersten Christen, die die Hoffnung mit einem Anker darstellten, „als ob das Leben der Anker sei, den man in das Ufer des Himmels werfe, und wir alle sind auf dem Weg zu diesem Ufer, das das Seil des Ankers umklammert.“ Anschließend hob er die Augen zum Himmel und sagte:

„In diesem Sonnenuntergang kann jeder von uns an seinen Lebensabend denken: ‚Wie wird mein Lebensabend sein?‘ Wir alle werden einen haben, alle! Schaue ich auf ihn mit Hoffnung? Schaue ich auf ihn mit der Freude vom Herrn aufgenommen zu werden? Das ist ein christlicher Gedanke, der uns Frieden gibt.“