Den Migranten die Liebe Christi bringen

Papst Benedikt XVI. am 95. Welttag der Migranten und Flüchtlinge

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ROM, 19. Januar 2009 (ZENIT.org).- Aufgabe der Kirche sei es, in der heutigen Zeit der Globalisierung die Botschaft zu verbreiten, dass in Christus alle Völker dazu berufen sind, die große Familie der Kinder Gottes zu bilden.



Mit dieser Botschaft wandte sich Papst Benedikt XVI. gestern, am ersten Sonntag im Jahreskreis, vor dem Angelusgebet an die auf dem Petersplatz versammelten Pilger und Besucher. Am Welttag der Migranten und Flüchtlinge, der in diesem Jahr unter dem Thema steht: „Der heilige Paulus Migrant, ‚Völker-Apostel’“, erinnerte der Heilige Vater alle daran, dass Paulus als Wandermissionar in einer dreifachen Kultur - der jüdischen, der hellenistischen und der römischen - und mit einer kosmopolitischen Mentalität aufgewachsen sei. Nach seiner Bekehrung habe er alle Menschen mit Christus bekannt machen wollen, „in der Überzeugung, dass in ihm alle Völker dazu berufen sind, die große Familie der Kinder Gottes zu bilden“.

Alle Christen müssten wie der heilige Apostel Paulus das Bedürfnis wahrnehmen, die Botschaft der Liebe Christi besonders jenen zu verkünden, die Jesus nicht kennten, in schwierigen Verhältnissen lebten oder unglücklich seien. Besonders müsse man sich um die Migranten kümmern. „Ihre Lebenswirklichkeiten sind gewiss unterschiedlich: In einigen Fällen können sie – Gott sei Dank – in Ruhe leben und sind gut integriert, andere Male ist ihre Lage leider beklagenswert, schwierig und manchmal sogar dramatisch.“

Benedikt XVI. betonte, dass die Gemeinschaft der Christen aufmerksam auf jeden Einzelnen und jede Familie schaue. Er betete zum Völkerapostel für alle um die Kraft zu einem neuen Schwung, um überall auf der Welt das friedliche Zusammenleben von Männern und Frauen unterschiedlicher Ethnien, Kulturen und Religionen zu begünstigen.

Jeder sei aufgefordert, das Evangelium zu bezeugen und sich ganz besonders der Migranten anzunehmen. Auf diese Weise könnte das Phänomen der Migrationen als Gelegenheit zu einer Begegnung der Kulturen genutzt werden. Dies müsse respektvoll und im Dialog geschehen, um jeder Versuchung zu Konflikt und Unterdrückung zuvorzukommen.

Abschließend gedachte Papst Benedikt der besonderen Situation der Seeleute und Fischer, die unter großer Belastung lebten. Der Landgang sowie die Möglichkeit, Geistliche an Bord zu empfangen, werde ihnen erschwert. Gleichzeitig verwies Benedikt XVI. auf die Probleme der Piraterie und des illegalen Fischfangs, um schließlich die Hoffnung auszusprechen, dass ihre Großherzigkeit bei der Hilfeleistung für Menschen in Seenot stärker als bisher belohnt werde.