"Denn erst dann sind sie wahre Mönche, wenn sie von der Arbeit ihrer Hände leben"

Die Klosterbrauerei Andechs

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ROM, 22. Juni 2012 (ZENIT.org). - Klöster waren stets, wie man anschaulich am Sankt Gallener Klosterplan nachvollziehen kann, nicht nur Orte spiritueller Einkehr, sondern beherbergten immer auch dem Unterhalt des Klosterlebens dienende Wirtschaftsbetriebe. Entsprechend sind auf dem um 820 entstandenen Bauplan von Sankt Gallen verschiedene Nutzgärten und Gebäude, die unter anderem für Bäckereien und Brauereien gedacht waren, eingezeichnet. Die in den Wirtschaftsbetrieben des Klosters erzeugten Produkte waren freilich nicht nur für die Mönche, sondern auch für deren Gäste bestimmt. „Alle Fremden, die kommen, sollen aufgenommen werden wie Christus: denn er wird sagen: Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen (Mt 25,35)“, heißt es entsprechend in Kapitel 53 über die Gastfreundschaft im Regelwerk des heiligen Benedikt.

Bis in die heutige Zeit bewirten die Benediktiner die Besucher ihres Klosters in Andechs im „Andechser Bräustüberl“ mit einem erfrischenden Bier aus eigener Produktion. Die Benediktinermönche von Sankt Bonifaz in München und Andechs sind die alleinigen Eigentümer der Klosterbrauerei. Der Pilgertradition folgend können auch mitgebrachte Speisen in der Gaststube verzehrt werden. Seit 1455, das heißt seit mehr als 550 Jahren, kümmern sich nämlich die Benediktiner um das leibliche Wohl und die Seelsorge der Wallfahrer.

Die Brauerei ist unter den zum Kloster Andechs gehörenden Wirtschaftsbetrieben der größte Betrieb des Klosters. Die Erträge aus den Wirtschaftsbetrieben, in denen außer den Benediktinern circa 200 weitere Mitarbeiter beschäftigt sind, kommen gemäß dem Stiftungsauftrag König Ludwigs I. den pastoralen, kulturellen und sozialen Projekten der Abteien in München und Andechs zugute.

Bei der Führung des Betriebs muß natürlich das Gleichgewicht zwischen der Rentabilität der Betriebe und der benediktinischen Klostertradition gewahrt bleiben, weshalb der Betrieb nicht auf maximale Gewinnerzielung ausgerichtet ist. Die sieben Biersorten, „Vollbier Hell“, „Spezial Hell“, Bergbock Hell“, „Export Dunkel“, „Doppelbock Dunkel“, „Weißbier Hell“ und „Weißbier Dunkel“ stellen deshalb die ideale Verbindung jahrhundertealter benediktinischer Brautradition und hochmoderner Brautechnologie dar. [bd]