Der Advent: Eingangstür in die Logik des Glaubens – Zeit der Hoffnung

Die Kirche erhebt ihre Stimme für die Armen der Welt

| 1265 klicks

ROM, 9. Dezember 2008 (ZENIT.org).- Auch heute erhebe sich die Stimme der Kirche für die durch Elend und Armut geschwächten Völker, für die Flüchtlingsscharen. Für alle, deren Rechte auf schwere und systematische Weise verletzt würden, stelle sich die Kirche als Wächter auf den hohen Berg des Glaubens und verkünde: „Seht, Gott der Herr, kommt mit Macht“ (Jes 40,9-10).

Mit diesen Worten erinnerte Papst Benedikt XVI. am vergangenen zweiten Adventssonntag in seiner Ansprache vor dem traditionellen Angelusgebet an die Aufgabe und Wirklichkeit der Kirche in der Welt von heute.

Vor zehntausenden von Pilgern und Besuchern erklärte der Heilige Vater, dass der Advent als Zeit der Öffnung auf die Zukunft Gottes hin zur „absoluten Neuheit“ führe, „die gekommen ist, um inmitten dieser gefallenen Menschheit zu wohnen“.

Der Advent stelle in besonderer Weise vor die „Botschaft der Hoffnung“, die einlade, „den Blick auf den letzten Horizont zu richten, gleichzeitig jedoch in der Gegenwart die Zeichen des Gott-mit-uns zu erkennen“.

In Christus sei die prophetische Verkündigung des kommenden Heils vollendet. Jesus habe den Anfang zu einem neuen, nicht mehr nur irdischen, geschichtlichen und somit vorläufigen, sondern zu einem radikalen und endgültigen „Exodus“ gesetzt: „Zum Übergang vom Reich des Bösen zum Reich Gottes, von der Herrschaft der Sünde und des Todes zu jener der Liebe und des Lebens.“

Daher gehe die christliche Hoffnung über die berechtigte Erwartung einer sozialen und politischen Befreiung hinaus. Wesentlich sei, in die „Logik des Glaubens“ einzutreten. Friede und Gerechtigkeit seien „Geschenk Gottes“, das jedoch Männer und Frauen notwendig mache, die „gute Erde“ seien, die bereit ist, das gute Samenkorn seines Wortes aufzunehmen.

Die Gottesmutter sei der „Weg“, den Gott sich selbst bereitet habe, um in die Welt zu kommen. Sie schreite „an der Spitze des neuen Israel während des Auszuges aus jeglichem Exil, aus jeglicher Unterdrückung, aus jeglicher moralischen und materiellen Knechtschaft“.

Nach dem Angelusgebet brachte Benedikt XVI. erneut seine Anteilnahme am Tod des Patriarchen von Moskau und ganz Russland Alexej II. zum Ausdruck. Die Begräbnisfeierlichkeiten fanden heute in Moskau unter Anwesenheit einer vatikanischen Delegation statt.

Der Papst schloss sich im Gebet den orthodoxen Brüdern und Schwestern an und empfahl die Seele des Patriarchen der Güte des Herrn an, „dass er ihn in sein Reich des Lichtes und des Friedens aufnehme“.