Der älteste Kardinal der Kirche ist gestorben

Kardinal Mayer: ein Leben im Dienst der Kirche von Rom

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ROM, 30. April 2010 (ZENIT.org).-Am heutigen Freitagmorgen ist der älteste Kardinal der katholischen Kirche, Paul Augustin Mayer OSB, in Rom verstorben. Der Tod des 98-jährigen Kirchenfürsten wurde von Abt Wolfgang M. Hagl OSB vom Benediktinerkloster Metten bei Regensburg mitgeteilt.

Papst Benedikt XVI. würdigte in seinem Beileidsbrief an P. Notker Wolf OSB den Kardinal als einen "engagierten Menschen, der mit Milde und Rechtschaffenheit sein Leben konsequent entsprechend seiner Berufung als Mönch und Hirte gelebt habe: voller Eifer für das Evangelium und immer treu zur Kirche". Der Papst rief den Beitrag von P. Augustin Mayer OSB beim II. Vatikanischen Konzil in Erinnerung und sein unermüdliches Wirken in den vatikanischen Kongretionen und wünschte ihm, "dass der Herr ihn in seiner ewigen Freude und Frieden empfangen möge".

Kardinal Mayer wurde am 23. Mai 1911 in Altötting geboren und trat nach dem Abitur in die Abtei Metten ein, wo er den Ordensnamen „Augustin" bekam. Von 1932 bis 1937 studierte Mayer Philosophie in Salzburg und Katholische Theologie am Päpstlichen Athenäum „Sant'Anselmo" in Rom, wo er 1937 zum Doktor der Theologie promoviert wurde. Am 25. August 1935 empfing er die Priesterweihe.

Vier Jahre später dozierte Mayer Dogmatik am Päpstlichen Athenäum „Sant'Anselmo", dessen Rektor er von 1949 bis 1966 war. Als Apostolischer Visitator war er von 1957 bis 1959 für die Priesterseminare in der Schweiz zuständig. Darüber hinaus wirkte er während des Zweiten Vatikanischen Konzils in der Konzilskommission für Seminare sowie in der nach dem Konzil eingerichteten Kommission für das Katholische Bildungswesen.

1966 wurde er zum siebten Abt des Klosters Metten gewählt. 1971 musste er sein Amt wieder niederlegen, da er nach Rom als Sekretär der Kongregation für die Institute geweihten Lebens und die Gesellschaften apostolischen Lebens berufen wurde.

Papst Paul VI. ernannte Mayer am 6. Januar 1972 zum Titularerzbischof von Satrianum und spendete ihm am 13. Februar desselben Jahres im Petersdom die Bischofsweihe. 1984 wurde Mayer Pro-Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung. Ein Jahr später wurde er am 25. Mai in das Kardinalskollegium aufgenommen und dann - zwei Tage darauf - zum Kardinalpräfekten der besagten Kongregation ernannt. Dieses Amt hatte er bis zum 1. Juli 1988 inne. Am 2. Juli desselben Jahres ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum ersten Präsidenten der Päpstlichen Kommission „Ecclesia Dei".

Kurz nach Mayers 80. Geburtstag nahm der Papst dessen Amtsverzicht an. Mayer, der neun Pontifikate erlebte, soll in seinem Heimatkloster Metten bestattet werden.