Der Besuch "ad limina Apostolorum", eine jahrhundertealte Praxis

Mexikanische Bischöfe in dieser Woche bei Benedikt XVI.

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CASTEL GANDOLFO, 30. August 2005 (ZENIT.org).- Mit der Audienz von Bischof Juan Guillermo López Soto von Cuauhtémoc-Madera (Mexiko) bei Papst Benedikt XVI. begann gestern, Montag, der Besuch "ad limina Apostolorum" der Bischöfe aus Mexiko. Über den Sinn dieser Bischofsreisen, die alle fünf Jahre zum Grab der Apostelfürsten Petrus und Paulus und zum Papst nach Rom führen, sprach Bischof Carlos Suárez von Zamora am 8. Juli anlässlich des Abschlussgottesdienstes zur 79. Vollversammlung der mexikanischen Bischofskonferenz.



"In der Kirche ist der Bischof niemals allein, sondern er steht mit dem Kollegium und seinem Haupt immer in Verbindung und wird von ihnen unterstützt. Genauso wenig ist der römische Papst allein, denn er steht immer mit den Bischöfen in Verbindung und erfährt ihre Unterstützung." Seinen Mitbrüdern im mexikanischen Episkopat schlug Bischof Suárez vor, dem Heiligen Vater diese Botschaft der Treue zu überbringen und in Rom insbesondere "für die Seligsprechung von Johannes Paul II." zu beten.

Die Geschichte der "Ad-limina"-Besuche geht bis in das 4. Jahrhundert zurück, wenngleich es Papst Sixtus V. war, der diese Praxis im Jahr 1585 zur festen Einrichtung erklärte. Wie ein solcher Besuch heute auszusehen hat, wird im Kodex des Kanonischen Rechts ("Codes Iuris Canonici"), Canon 399 und 400, festgelegt. Die Diözesanbischöfe des jeweiligen Landes, die zur Berichterstattung nach Rom kommen, pilgern zu den Gräbern der heiligen Apostel Petrus und Paulus, um anschließend den Nachfolger des Apostels Petrus zu treffen, dem jeder Bischof üblicherweise alle fünf Jahre "über den Stand der ihm anvertrauten Diözese Bericht zu erstatten" hat. Höhepunkt ist die persönliche Unterredung, die der Papst jedem einzelnen Bischof gewährt, sowie die Abschlussaudienz, bei der der "Diener der Diener Gottes" vor den Bischöfen eine Ansprache hält, in der er auf die pastoralen Herausforderungen der entsprechenden Teilkirchen eingeht. Während der Tage "an der Schwelle der Apostel" in Rom besuchen die Bischöfe außerdem die verschiedenen Dikasterien und Einrichtungen der Römischen Kurie.