„Der Bischof von Rom hat auf unsere Sorgen gehört“

Eine wichtige Antwort der Anglikaner auf die Einladung des Heiligen Stuhls

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ROM, 3. November 2009 (ZENIT.org).- Eine Gruppe von anglikanischen Bischöfen hat die „Großzügigkeit“ Roms bei dessen Entschluss hervorgehoben, ihnen einen Weg für den Eintritt in die Gemeinschaft mit dem Heiligen Stuhl zu eröffnen. Dabei leugneten die Bischöfe nicht, dass es einige Fragen hinsichtlich der Dynamiken gebe, durch die dies erreicht werden soll. Zu dieser Feststellung kam es auf einem Kongress von „Forward in Faith“, der in London vom 23. bis 24. Oktober stattgefunden hat.

Forward in Faith ist ein Zusammenschluss von anglikanischen Priestern und Gläubigen, die gegen die Weihe von Frauen und von aktiven Homosexuellen zu Priestern oder Bischöfen in der Anglikanischen Gemeinschaft sind. Gemäß der Auslegung dieser Vereinigung sei dies nicht mit der Heiligen Schrift und deren 2000jähriger Auslegung vereinbar und darüber hinaus ein Hindernis für die Einheit der Christen.

Die 1992 gegründete Vereinigung zählt rund 1000 Mitglieder, die zum anglikanischen Klerus gehören. Der jüngste Kongress war seit langem geplant gewesen und setzte sich hauptsächlich mit der vom Vatikan angekündigten Apostolischen Konstitution auseinander (vorhergesehene Veröffentlichung: erste Novemberwoche 2009). Diese soll anglikanischen Christen einen Weg in die volle Gemeinschaft der römisch-katholischen Kirche beizutreten. Es sei vorgesehen, das sie Elemente ihrer spirituellen und liturgischen Tradition bewahren können, verlautete es aus dem Vatikan.

Der Präsident der Vereinigung, Bischof John Broadhurst, betonte in seiner abschließenden Ansprache, dass „es um einen Kampf für die Wahrheit des Evangeliums geht“.

Mitglieder der Anglikanischen Gemeinschaft hätten mit Schmerz die Entscheidung der Frauenordination entgegengenommen. Zwar hätten die Bischöfe der „Church of England“ nicht auf ihre Sorgen gehört, aber so sei es nun der Papst gewesen, der ihnen Gehör geschenkt habe.

„Rom denkt an uns, ganz anders, als wir uns dies in den letzten 40 Jahren vorgestellt hatten“, gab der Bischof zu.

Für Bischof Broadhurst ist der Schritt Roms, Anglikaner als Gruppe in die Kirche aufzunehmen, eine „kirchliche Antwort“ auf ein „kirchliches“ Problem“. Dieser Schritt sei etwas anderes als die individuellen Konversionen der Anglikaner zum Katholizismus, die seit der Entscheidung der Anglikanischen Gemeinschaft, die Frauenordination zuzulassen, der übliche Praxis gewesen seien.

Die zur Veröffentlichung anstehende Apostolische Konstitution bezeichnete der anglikanische Bischof als „großzügig“. Sie respektiere die Integrität der Gruppen, die in die katholische Kirche aufgenommen werden würden. Gleichzeitig verwies Broadhurst darauf, dass die Schaffung von Personal-Ordinariaten „ein weltweiter Prozess ist, an dem wir Teil haben“. Die Bischöfe, die Mitglieder von „Forward in Faith“ sind, hätten die Absicht, vereint auf die Apostolische Konstitution zu antworten.