Der Bischof von Rom im Mittelpunkt der katholisch-orthodoxen Gespräche

Wiederaufnahme der Arbeiten der Gemischten Internationalen Kommission für den theologischen Dialog

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ROM, 12. Oktober 2009 (ZENIT.org).- Vom 16. bis 23. Oktober werden auf Zypern die Arbeiten der Gemischten Internationalen Kommission für den theologischen Dialog zwischen der katholischen Kirche und den orthodoxen Kirchen wieder aufgenommen.

Die Vollversammlung beschäftigt sich in Fortsetzung der Begegnung von Ravenna (2007) mit einer Vertiefung des Themas: „Die Rolle des Bischofs von Rom in der Gemeinschaft der Kirche im ersten Jahrtausend“.

Die gemischte Kommission setzt sich aus je 30 Mitgliedern aus der katholischen und den orthodoxen Kirchen zusammen. Den Vorsitz und die Moderation haben: Kardinal Walter Kasper, Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen und der Metropolit von Pergamon Ioannis (ökumenisches Patriarchat von Moskau).


Im Verlauf der letzten Vollversammlung in Ravenna hatte die Delegation der russisch-orthodoxen Kirche aufgrund der Anwesenheit der Kirche von Estland die Arbeiten verlassen, die vom ökumenischen Patriarchat zur Teilnahme an den Arbeiten eingeladen worden war.

Das ökumenische Patriarchat hatte die Kirche von Estland für autonom erklärt. Diese Autonomie wird vom Patriarchat von Moskau nicht anerkannt.

Der Untersekretär des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Msgr. Eleuterio Fortino erklärte, dass zu den Neuigkeiten von Zypern die Anwesenheit der russischen Mitglieder der Kommission zu zählen ist. Es sei zu einer Klärung zwischen Moskau und den anderen orthodoxen Kirchen und Konstantinopel gekommen.

Die formale Vollständigkeit der orthodoxen Delegation sei, so Fortino, wesentlich für das Gelingen des Dialogs, der zum ersten Mal in der Geschichte seit dem Beginn des Schismas der Ostekirchen stattfindet. Diese historische Situation bringe es mit sich, dass der Dialog bisweilen langsam vorangeht. Sein Ziel jedoch rechtfertige die Notwendigkeit einer Klärung eines Konsenses, den alle teilen. Die intensiveren brüderlichen Beziehungen zwischen den Kirchen seien unverzichtbar für den Fortschritt des Dialogs.

In der Vergangenheit sei viel von einem Dialog der Liebe als Voraussetzung für einen theologischen Dialog gesprochen worden. Der Dialog der Liebe mache einerseits den Bruder sichtbar, der vom Glauben inspiriert und seinem Gewissen gegenüber aufmerksam sei. Andererseits befreie er die doktrinellen Fragen von Belastungen, die nichts mit dem Glauben zu tun hätten.

Für Msgr. Fortino ist eine derartige Haltung besonders jetzt notwendig, das es um die Rolle des Bischofs von Rom im Leben der Kirche des ersten Jahrtausends gehe. Historische Urteile und Vorurteile, die mit diesem Thema verbunden seien, müssten in aller Strenge untersucht werden. Es würde nichts nützen, eine Lösung allein in der Vergangenheit zu suchen.