Der ehemalige Kammerdiener des Papstes wurde wegen Diebstahls zu 18 Monaten Haft verurteilt

Der Leiter des Presseamtes des Heiligen Stuhls schließt die Möglichkeit einer Begnadigung durch den Papst nicht aus

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von Junno Arocho

VATIKANSTADT, 8. Oktober 2012 (ZENIT.org).- Am Samstag, dem 6. Oktober 2012, kam der Prozess um Paolo Gabriele, den früheren Kammerdiener des Papstes, zum Abschluss. Gabriele wurde vom Präsidenten des Gerichts  Giuseppe dalla Torre wegen Diebstahls schuldig gesprochen und zu drei Jahren Haft verurteilt. Wegen mangelnder Vorstrafen und Einsicht seines schweren Vertrauensbruches gegenüber dem Papst muss er nur 18 Monate verbüßen.

Unter Berücksichtigung der Aussage Gabrieles, wonach er „aus Liebe zur Kirche und deren irdischem Oberhaupt“ gehandelt habe, gestand ihm das Gericht anstatt der maximal zulässigen 4 Jahren Haft ein vermindertes Strafmaß zu. Aufgrund des Urteils wurde ein teilweises Verbot für zukünftige Anstellungen im Vatikan über Gabriele verhängt. Sollte Gabrieles Anstellung aufrecht erhalten bleiben, so wird er von „Bürotätigkeiten, die mit Aspekten der Judikative, Administration oder rechtlichen Angelegenheiten verbunden sind“ ausgeschlossen.

Gabrieles Anwältin Cristina Arrù bezeichnete das Urteil zwar als „ausgewogen“, zieht jedoch die Möglichkeit in Betracht, Berufung dagegen einzulegen. So wies Arrù auf mehrere „Löcher“ in der gerichtlichen Untersuchung des Diebstahls hin. Der frühere Kammerdiener des Papstes wird so lange unter Hausarrest bleiben, bis das Gericht erneut zusammentritt, um darüber zu entscheiden, ob und wann Gabrieles Urteil vollstreckt werden wird.   

P. Federico Lombardi, der Leiter des Presseamtes des Heiligen Stuhls, lobte  das vatikanische Gericht für die Bearbeitung des Falles und die rasche Urteilsverkündung. Er bezeichnete das Urteil als „milde“ und „gerecht“. P. Lombardi schloss die Möglichkeit einer Begnadigung durch den Heiligen Vater nicht aus.

[Übersetzung des englischen Originals von Sarah Fleissner]