Der Erfolg von "Einer von uns" in Deutschland

Die Europäische Bürgerinitiative hat in der Bundsrepublik das Quorum von 75.000 Unterstützern übertroffen

Rom, (ZENIT.org) Manfred Libner | 390 klicks

Wir sind sehr glücklich über den ersten Etappensieg der Europäischen Bürgerinitiative „Einer von uns“. Das Bürgerbegehren fordert den Stopp von EU-Geldern für die verbrauchende Forschung mit embryonalen Stammzellen und für das Klonen, für die Abtreibung als Mittel der Geburtenkontrolle, der Familienplanung und in der Entwicklungshilfe. In Deutschland wurde jetzt das Quorum von 75.000 Unterstützern übertroffen und zur selben Zeit die erforderliche Zahl von einer Million innerhalb der EU erreicht. Das ist ein großer Erfolg für uns alle und für das Recht auf Leben in Europa. Es ruft insbesondere den politischen Verantwortlichen in Europa in Erinnerung, dass es sich beim Recht auf Leben nicht um eine unbedeutende Nebensache handelt, sondern um das erste aller Menschenrechte.

Am Anfang der Europäischen Bürgerinitiative „Einer von uns“ mussten wir Wege für eine gute Zusammenarbeit in Deutschland finden, um die Lebensrechtsbewegung, die katholische Kirche und christliche Gemeinschaften sowie die Politik zu gewinnen. Und wir hatten technische und auch finanzielle Herausforderungen, die wir erst einmal meistern mussten. Bis jetzt ist es vor allem die Stiftung „Ja zum Leben“ von Johanna Gräfin von Westphalen, die die notwendigen Ausgaben für einen Erfolg des Bürgerbegehrens in Deutschland trägt. Ende Mai hatten wir erst 18.000 Unterschriften und waren von unserem Ziel, wenigstens das Quorum zu erreichen, noch weit entfernt. Aber unsere Präsenz auf dem nationalen Eucharistischen Kongress in Köln Anfang Juni brachte uns einen wichtigen Schritt weiter. So konnten wir mit vielen Bischöfen persönlich Kontakt aufnehmen und sie um Unterstützung bitten.

Der Bischof von Eichstätt, Gregor Maria Hanke und Kardinal Meisner von Köln waren die ersten, die öffentlich die Gläubigen zur Teilnahme aufriefen. Nachdem auch Papst Franziskus im Mai begeistert zur Beteiligung aufforderte, waren wir eigentlich sicher, dass die deutsche Bischofskonferenz ebenfalls dieser Empfehlung folgen würde. Doch wir wussten, dass Pater Langendörfer als Sekretär die Deutsche Bischofskonferenz die Bischöfe daran erinnerte, dass grundsätzlich keine Unterschriftenkampagnen unterstützt würden. Und der Ständige Rat der Bischofskonferenz hat dann auch zu unserem großen Bedauern einen offiziellen Aufruf für „Einer von uns“ abgelehnt. Und das, obwohl wir die Bischöfe im Vorfeld darüber informiert hatten, dass es sich bei der Europäischen Bürgerinitiative um ein Bürgerbegehren handelt, also um eine offizielle demokratische Mitwirkungsmöglichkeit der europäischen Bürger und nicht um eine x-beliebige Unterschriftenaktion. So kam es schon einem kleinen Wunder gleich, dass bis heute fast alle deutschen Bischöfe „Einer von uns“ unterstützen. Dafür sind wir sehr dankbar! Von vielen Pfarreien, Klöstern und Wallfahrtsorten wie Altötting und Maria Vesperbild haben wir Unterschriften erhalten. Aber auch die Deutsche Evangelische Allianz, einige Freikirchen und manche lutherische Gemeinden sammeln fleißig Unterstützer. Ebenso der Malteserhilfsdienst, das Forum Deutscher Katholiken und das Zentralkommittee der deutschen Katholiken.

Natürlich war es sehr hilfreich, dass parteiübergreifend auch politische Unterstützung bekundet wurde. Der forschungspolitische Sprecher der EVP-Fraktion im Europaparlament, Dr. Peter Liese, der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Hubert Hüppe, und der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete und ehemalige Vize-Präsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, Robert Antretter, haben im Juli in Berlin eine Pressekonferenz zur Unterstützung abgehalten.

Und wir sind glücklich, dass wir viele Botschafter für „Einer von uns“ gewinnen konnten. Zum Beispiel Robert Spaemann, einen der bedeutendsten zeitgenössischen Philosophen deutscher Sprache. Er erklärte: „Das Menschenrecht auf Schutz des Lebens und der Würde steht und fällt damit, dass niemand befugt ist, den Kreis derer zu begrenzen, die auf den Schutz ein Anrecht haben. Alle Versuche, dieses Recht später als mit der Zeugung beginnen zu lassen, führen zur Willkür derer, die die Gefahr bereits hinter sich haben, getötet und als medizinisches Material missbraucht zu werden. Wer das nicht will, sollte die Initiative EINER VON UNS durch seine Unterschrift unterstützen.“

Was ist unser Traumziel für die letzten Wochen bis Ende Oktober, dem Ende der Unterschriftensammlung? Wir hoffen, dass wir mehr als 100.000 Unterstützer in Deutschland und mehr als 1,2 Millionen europaweit gewinnen können. Je mehr Unterschriften gesammelt werden, desto beeindruckender und politisch erfolgversprechender ist natürlich auch diese Demonstration des Bürgerwillens für mehr Lebensschutz in Europa. Deshalb bitte ich alle, die noch nicht unterzeichnet haben, das online oder auf Papierliste möglichst rasch nachzuholen. Der Endspurt geht bis Ende Oktober 2013. Der diesjährige Marsch für das Leben in Berlin am 21. September wird ganz im Zeichen von „Einer für uns“ stehen. Wir gehen davon aus, dass diese Veranstaltung und eine Facebook Kampagne unserer Europäischen Bürgerinitiative noch einen weiteren Schub verleiht. Und wir hoffen, dass die EU-Kommission und das EU-Parlament diesen Bürgerwillen respektieren und entsprechend danach handeln werden. 

Unterzeichnen Sie bitte das Europäische Bürgerbegehren „Einer von uns“ (One of Us) für einen besseren Lebensschutz in der EU unter www.1-von-uns.de